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Erkelenzer Skater gründen eigenen Verein

Größte Szene in der Region : Erkelenzer Skater gründen eigenen Verein

Erkelenz hat die mit Abstand größte Skaterszene im Kreis Heinsberg. Die will sich künftig besser organisieren und eigene Contests veranstalten. Außerdem will sie sich bei der Planung der dringend benötigten neuen Anlage einbringen.

Skateboard und Vereinsleben – das passt auf den ersten Blick nicht wirklich zusammen. Das Skaten bedeutet für viele Freiheit, Selbstausdruck, Lifestyle – und nicht Organisation, Terminplan und Mitgliederversammlung. Nur knapp 20 Skateboardvereine sind beim Rollsport- und Inlineverband in Nordrhein-Westfalen gemeldet, in diesen Tagen kommt mit dem Skate e.V. aus Erkelenz ein weiterer hinzu.

An schönen Sommertagen tummeln sich teilweise mehr als 60 Menschen auf der Anlage am Adam-Stegerwald-Hof, gegenüber dem Kaufland. Von Kindern bis Mittdreißiger, Mädchen und Jungen, sind alle Altersgruppen mit verschiedenen sozialen Hintergründen vertreten. „Wir hatten eigentlich schon seit Jahren vor, einen Verein zu gründen, um mal die ganzen Leute, die hier fahren, zusammenzubekommen, uns zu organisieren und die Erkelenzer Skaterszene zu repräsentieren“, sagt Florian Langen, der mit Sebastian Birx und Christian Fuchs den Vorstand des Neu-Vereins bildet. „Wir als Vorstand haben insbesondere durch die Vielfalt und Offenheit Offenheit unseres Skateparks in Erkelenz Motivation für die Gründung geschöpft“, erklärt Langen. Der Skatepark mit seiner zentralen Lage sei auch „ein wichtiger sozialer Anlaufpunkt für Jugendliche“, sagen die Vereinsgründer – allzu viele gebe es davon in der Erka-Stadt schließlich nicht.

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Die Skater wollen gerne mehr sein als ein loser Treffpunkt für Skater. Sie wollen in Zukunft auch wieder Contests veranstalten, Workshops für Einsteiger und insbesondere Kinder anbieten,  beim Bau der geplanten neuen Anlage mitreden. „Das alles geht als Verein deutlich einfacher“, sagt Sebastian Birx. Mehr als 40 Mitglieder hat der Skate e.V. binnen weniger Tage schon gesammelt. Auch das zeigt, wie groß das Interesse in Erkelenz ist.

„Eine Idee von uns ist es, vielleicht an einem oder zwei Samstagen pro Monat mit kleinen Kids zu üben“, erklärt Christian Fuchs. „Hier kommen super viele Kinder vorbei, die skaten wollen, aber oft erst mal eingeschüchtert sind von den Großen. Das ist ja auch völlig normal, das war bei uns vor 20 Jahren nicht anders. Wir wollen ihnen die Angst nehmen, sie bei uns aufnehmen und ihnen ein paar Sachen erklären.“

Skateboarden ist seit fünf Jahren olympisch, bei den Spielen in Tokio gab es erstmals Medaillen. In der Szene ist aber weiterhin umstritten, ob es wirklich ein Sport oder eher eine Freizeitbeschäftigung ist. „Lange ist Skaten nicht als ernsthafter Sport angesehen worden, aber das ändert sich langsam. Wir wollen auch die Sportart repräsentieren“, sagt Fuchs – und dabei hilft eine feste Struktur.

Um diesem Sport optimal nachgehen zu können, brauchen die Skater allerdings dringend eine neue Anlage. Die am jetzigen Standort ist zu klein, die Geräte sind bis zu 25 Jahre alt, baufällig und durch Ausbesserungsarbeiten teils verschlimmbessert worden. Eine Bitumen-Erweiterung eines Geräts sei zwar sicherlich „gut gemeint“ gewesen, wie Sebastian Birx sagt, führe aber zu gefährlichen Situationen: „Bei 30 Grad im Sommer wird die Stelle weich und klebrig.“

Der Stadtrat hat bereits reagiert und sich einstimmig für einen Neubau der Anlage ausgesprochen. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten starten – nur wo, das ist noch unklar. Der jetzige Standort ist nach Ansicht der Stadtverwaltung für einen Neubau ungeeignet, derzeit wird eine Alternative gesucht. „Es wird ein komisches Gefühl, hier nach fast 20 Jahren wegzugehen“, sagt Florian Langen. „Aber man kann nicht alles haben, und am wichtigsten ist uns, dass wir die neue Anlage bekommen.“

Wie genau die Anlage gestaltet wird, das will die Stadt eng mit dem neuen Verein abstimmen. Anders als der jetzige Park wird der neue voraussichtlich – das ist heutzutage Standard – eigens von Skatepark-Architekten und -Bauern geplant und errichtet. „Die neuen Parks werden wie aus einem Guss gebaut“, sagt Sebastian Birx. „Die Firmen entwerfen Konzepte, planen den Park nach unseren Ansprüchen, berechnen zum Beispiel, wie viel Platz man an bestimmten Stellen braucht, wie schnell man ist.“

www.skate-ev.de