Alias „Reverend Samzen“ Erkelenzer Samy Oeder feiert Bühnenjubiläum

Erkelenz · Samy Oeder alias Reverend Samzen stieg im Jahr 2002 bei der Band The Borderline ein, war nicht nur für Gesang und Gitarrenklänge sondern auch für das Schreiben neuer Songs zuständig.

 Seit 20 Jahren macht Samy Oeder aus Erkelenz Musik. Die beiden Westen neben ihm auf der Couch gehören zu seinem Bühnenoutfit.   RP-Foto:   Ruth   Klapproth

Seit 20 Jahren macht Samy Oeder aus Erkelenz Musik. Die beiden Westen neben ihm auf der Couch gehören zu seinem Bühnenoutfit. RP-Foto: Ruth Klapproth

Foto: Ruth Klapproth

„Vor allem auf kleineren Festivals sind wir damals aufgetreten“, erinnert sich der gebürtige Siegener, der heute in Erkelenz zuhause ist.

Die erste Liedersammlung des gelernten Kaufmanns, der inzwischen in der Veranstaltungsbranche tätig ist, erschien 2007 auf CD und trug den Titel „Geniusus“. Was seine selbstgeschriebenen Texte ausmacht? Es gebe immer autobiografische Züge, erläutert der 43-Jährige. Vor allem um nicht erfüllte Liebe und um das Gefühl, verzweifelt zu sein, drehte sich in den Anfangsjahren seine Gedankenwelt. Themen, die Oeder alias Reverend Samzen lieber auslässt: „Zu Politik und Wirtschaft halte ich lieber Abstand, weil sie mich nicht interessieren.“ Zwei Mitglieder verließen die Formation 2009, wandten sich lieber dem Jazz zu. „Ich bin in der Rockmusik verankert“, macht Oeder deutlich, der jetzt wieder durchstarten will – wenn auch nicht mehr wie früher, als er noch als gefragter Berufsmusiker sein Geld verdiente.

In gefragten Coverbands spielte er in der Zeit von 2010 bis 2017. Samy Oeder: „Wir haben bundesweit gespielt und hatten eine Agentur, über die wir gebucht wurden. Finanziell hat sich das sehr gelohnt.“ Der Wunsch, lieber wieder eigene Songs zu spielen, wurde immer stärker. „Jedes Wochenende aufzutreten mit den gleichen Liedern, das war auf Dauer nichts für mich.“ Das Projekt „Reverend Samzen“, dem er den Namen gab, wurde vor sechs Jahren gegründet. „Samzen“ setzt sich zusammen aus seinem Vornamen und einer Anlehnung an den Zen-Buddhismus, der ihn schon lange fasziniert. „Bei mir ist inzwischen eher Meditation statt Party und Bier angesagt.“

„Nicht alles Gold“ heißt das Album, das Reverend Samzen 2018 in digitaler Form veröffentlichte. Auch auf Biker-Treffen und Motorrad-Festivals ist der Musiker anzutreffen, manchmal auch im Irish Pub. Besonders gern erinnert er sich an seinen umjubelten Auftritt in den Vereinigten Staaten zurück, 2019 im sonnigen Florida. „Ich bin ohne Gage aufgetreten, wollte nur den Flug bezahlt haben“, erzählt Samy Oeder. „Mein Ziel war es, dort einfach eine gute Zeit zu haben. Mehr wollte ich gar nicht.“

Corona stoppte dann seine musikalische Karriere erstmal. „Reverend Samzen“ als Band wurde aufgelöst. Oeder beschloss, allein weiterzumachen und die lange Pandemie-Phase zum Schreiben neuer Songs zu nutzen. Entschleunigung statt Hektik - dazu rät er seinen Zuhörern in den neu entstandenen Liedern.

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