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Erkelenzer Land: Weihnachten in den Altenheimen

Fest der Liebe im kleinen Kreis : So läuft Weihnachten in den Altenheimen des Erkelenzer Landes

Auch diesmal müssen sich die Bewohnerinnen und Bewohner auf kleine Feste einstellen. „Vieles ist anders, aber wir machen das Beste daraus“, ist das Ziel.

Zum zweiten Mal Weihnachten unter Corona-Bedingungen: „Vieles ist anders im Vergleich zu früher. Aber wir machen einfach das Beste draus“, sagt Astrid Hadick, die Leiterin des Erkelenzer Johanniterstifts.

Die große, gemeinsame Adventsfeier und das Weihnachtsfest, das früher zusammen mit Bewohnern und Angehörigen im Restaurantbereich der Einrichtung gefeiert wurde, sind gestrichen worden – Vorsichtsmaßnahmen, um die Seniorinnen und Senioren vor dem Corona-Virus zu schützen.

„Es gibt zurzeit keine wohnbereichsübergreifenden Veranstaltungen mehr“, berichtet Astrid Hadick, die wie ihre Kolleginnen und Kollegen durchgängig eine FFP2-Maske tragen muss. Auch für geimpfte Besucher ist der Nachweis eines tagesaktuellen negativen Schnelltests Pflicht. Heiligabend dürfen die Bewohner Besuch empfangen oder sich abholen lassen von Verwandten. Erfahrungsgemäß werde es an dem Tag nicht allzu spät, da ein solcher Besuch bei der Familie anstrengend sei.

Die Zeitfenster für die kostenlosen Corona-Tests sind den Angehörigen bekannt; Nachweise können aber auch mitgebracht und im Eingangsbereich vorgezeigt werden. Die insgesamt 102 Bewohner des Johanniterstifts haben sich für Heiligabend den Küchen-Klassiker gewünscht: Kartoffelsalat mit Würstchen. „Der Kartoffelsalat wird von unserem Küchenteam selbst gemacht“, sagt Einrichtungsleiterin Hadick. Wildgulasch mit Rotkohl steht an den Feiertagen ebenfalls auf dem Speiseplan.

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Mit Diakon Kurt Esser und der evangelischen Pfarrerin Yara Hornfeck wurde ein ökumenischer Gottesdienst in den fünf Wohnbereichen gefeiert. Eierlikör aus eigener Herstellung und süße Pralinen werden von Gaby Kerst, der Leiterin des Sozialen Dienstes, und ihrem Team verteilt.

Wenn der Schulungsraum zum Kinosaal wird: Im Wassenberger Alten- und Pflegeheim Am Waldrand lassen sich die Bewohner nach England entführen, wo der achtjährige Cedric aus New York einen überraschenden Einfluss auf seinen alten, grantigen Großvater, den Earl of Dorincourt, ausübt: „Der kleine Lord“ wird am ersten Weihnachtsfeiertag gezeigt.

Die traditionelle Weihnachtsfeier fand bereits am Wochenende statt, aufgeteilt nach Wohngruppen. Insgesamt 80 Bewohner leben in der Einrichtung, zusätzlich gibt es zwei Kurzzeitpflegeplätze. „Früher hatten wir eine große Feier für das ganze Haus“, erzählt Heike Simons, die Leiterin des Sozialen Dienstes.

Gefeiert wird auch nochmal am 24., viele lassen sich auch von ihren Angehörigen abholen. Musik, Gedichte und Geschichten stehen in den Wohngruppen auf dem stimmungsvollen Programm. Auch eine kleine Bescherung ist vorgesehen.  Eine Fischplatte wird Heiligabend zusätzlich zum Abendbrot serviert. „Das alles erinnert an einen Aufenthalt im Hotel“, verrät Heike Simons. „Wir geben uns alle Mühe.“

Propst Thomas Wieners wird am zweiten Weihnachtsfeiertag zum gemeinsamen Gottesdienst erwartet. Viele an Demenz Erkrankte hätten keine Angehörigen mehr – für sie gibt es über die Festtage ein weihnachtliches Programm in den so genannten geschützten Wohnbereichen mit Geschichten, Liedern und Gedichten.

Auch im Haus Berg in Brachelen musste auf die gemeinsame Weihnachtsfeier verzichtet werden. Die Weihnachtsfeier für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fiel zum zweiten Mal Corona zum Opfer. „Wertschätzung zu zeigen, ist uns aber sehr wichtig“, betont Manuela Garbrecht als Vorsitzende der Mitarbeitervertretung der St. Gereon Seniorendienste gGmbH. „Wir können zurzeit nur wenig machen. Verdient haben sie es aber.“

Manuela Garbrecht verrät, welches Weihnachtsgeschenk die Beschäftigten bereits bekommen haben: Wolldecken. Der Zusammenhalt und das Arbeitsklima seien sehr gut, was am extrem niedrigen Krankenstand von 2,2 Prozent erkennbar sei. Aktuell gebe es im Haus Berg keinen einzigen Corona-Fall. Dennoch habe man frühzeitig entschieden, aufs gemeinsame Feiern weitestgehend zu verzichten.

Bis kurz vor Weihnachten waren in den illuminierten Außenanlagen drei hölzerne Buden aufgebaut, an denen sich Bewohner, Angehörige und Beschäftigte freitags nachmittags trafen, um Glühwein, Punsch oder Kakao mit Schuss zu trinken. Ein kleiner Ersatz für die ausgefallenen Feste.

Heiligabend verbringen die Seniorinnen und Senioren bei ihren Familien oder in den Wohnbereichen, in denen eigenverantwortlich etwas organisiert wird. Besonders stolz ist man bei St. Gereon auf die extrem hohe Impfquote: 96 Prozent bei den Angestellten, 95 Prozent bei den Bewohnern.