Erkelenzer Land: Petition gegen Zeelin in Wockerath und Pläne für das Oerather Mühlenfeld

Beteiligung der Bürger : Eine Petition mit Signalcharakter an die Kommunalpolitik

Die Wockerather wehren sich gegen die geplante Gaspipeline von Zeelink und haben eine Petition eingereicht. Im Oerather Mühlenfeld sollen weitere Angebote entstehen, die das Leben dort bereichern.

Für die Landesregierung ist es unerheblich, ob eine Person eine Petition an den Landtag unterschrieben hat oder ob sie von vielen stammt. Die 166 Unterschriften einer Petition aus Wockerath, bei insgesamt 260 Einwohnern, setzen dennoch ein deutliches Signal: und zwar an die Kommunalpolitik, von der sich die Wockerather im abgelaufenen Beteiligungsverfahren für die geplante Erdgas-Pipeline Zeelink zu wenig beachtet gefühlt haben.

Um das Dorf herum soll eine Pipeline verlegt werden, vor der sich die Anwohner fürchten, weil sie ihrer Meinung nach zu nahe an ihren Häusern entlangführen wird. Das haben sie im Bewilligungsverfahren mehrfach und an unterschiedlichen Stellen geäußert. Jetzt, wo das Verfahren abgeschlossen ist, sehen sie ihre letzte Hoffnung im Petitionsausschuss des Landtags. CDU-Abgeordneter Thomas Schnelle nahm ihr Schriftstück am Montagnachmittag entgegen und bekam neben der Kritik an der Pipeline auch Kritik an der Kommunalpolitik auf den Weg: Sie habe – außer Freie Wähler/UWG und in einer Thematisierung im Bezirksausschuss – nicht auf die per E-Mail geäußerten Sorgen reagiert. Das kam, das war zu spüren, bei den Wockerathern gar nicht gut an.

Ein Wohngebiet entsteht nicht nur, indem Häuser gebaut werden. Vor allem dann nicht, wenn es so groß ist wie das Oerather Mühlenfeld in Erkelenz, das in den nächsten Jahren weiter wachsen wird und bald Heimat von 4500 Menschen sein soll. Deshalb gehen die Stadt Erkelenz, die evangelische Kirche und der Bürgerverein des Wohngebietes den richtigen Schritt – und der geht auf die Bewohner zu, fragt, wie sie leben wollen und was sie vor Ort benötigen. Im zweiten Schritt sollen aus diesem Wissen schließlich Angebote abgeleitet werden, die für die Menschen sind und diesen helfen, sich in ihrem Wohngebiet zu vernetzen. So wird neben den Häusern auch Gemeinschaft aufgebaut. Hieran beteiligen könnten sich aber bestimmt gerne auch noch weitere Institutionen.

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