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Erkelenz: Erkelenzer Kirmesattraktionen

Erkelenz : Erkelenzer Kirmesattraktionen

Ein Erlebnis auf der Burgkirmes ist ein Besuch auf der Geisterbahn. Abends, wenn die Kinder den Kirmesplatz verlassen haben, treten dort zusätzlich zwei Mitarbeiter in Aktion. Am Samstag gab es auch den Luftballon-Weitflugwettbewerb.

Die unheimliche Begegnung mit dem Kettensägen-Mann und der stöhnenden Frau dauert genau zwei Minuten. In dieser Zeit sausen die Wagen der Geisterbahn auf Schienen durch das abgedunkelte, verfallen wirkende Haus. "Zombie" steht in blutroter Schrift auf dem Aufsehen erregenden Fahrgeschäft, das zum ersten Mal dabei ist auf der Erkelenzer Burgkirmes, die sich vom Johannismarkt bis zum Burgparkplatz erstreckt.

Die Geisterbahn, die Besitzer Hans-Otto Grass im vergangenen Jahr einer italienischen Schausteller-Familie abkaufte und erst einmal gründlich renovieren ließ, zieht viele erstaunte Blicke der Kirmesbesucher auf sich. 4,50 Euro kostet die zweiminütige Begegnung mit Geistern, Zombies & Co., vier Fahrten gibt's für zwölf Euro. Im Kassenhäuschen sitzt Grass' Ehefrau Bärbel Meyer. Das Dürener Schausteller-Paar, das in fünf Wochen sein drittes Kind erwartet, kennt den bunten Rummel in Erkelenz schon lange, da Hans-Otto Grass auch der Autoscooter gehört.

Mit der eigenen Geisterbahn hat Grass sich einen Jugendtraum erfüllt. "Schon als Kind hat mich dieses Fahrgeschäft total fasziniert", gesteht er. Wie Ehefrau Bärbel entstammt er einer Schausteller-Familie, ist das Unterwegssein gewohnt. Das Besondere an seiner Geisterbahn: In den Abendstunden treten seine beiden Mitarbeiter in der Bahn in Aktion, spritzen mutige Fahrgäste mit Wasser nass oder setzen die brummende Kettensägen-Attrappe plötzlich am Rücken der erschrockenen Besucher an. Tagsüber sind die Mitarbeiter nicht in der Geisterbahn aktiv - weil dann auch Kinder dabei sind. Erst ab sechs Jahren ist die Fahrt durch das Grusel-Haus erlaubt. Darauf achten Grass und seine Frau sehr, schicken Eltern mit kleineren Kindern auch schon mal weg.

 Mit der Burgkirmes verbunden feierte am Samstag die Erkelenzer Schützenbruderschaft "Unserer lieben Frau" mit König Joseph Frantzen mit seiner Frau Margret (stehend rechts), den Ministerinnen Eva Thönissen und Gisela Schoenmackers sowie Schülerprinzessin Angelique Helpenstein mit Pfarrer Werner Rombach und Diakon Michael Druyen bei der Parade auf dem Erkelenzer Markt.
Mit der Burgkirmes verbunden feierte am Samstag die Erkelenzer Schützenbruderschaft "Unserer lieben Frau" mit König Joseph Frantzen mit seiner Frau Margret (stehend rechts), den Ministerinnen Eva Thönissen und Gisela Schoenmackers sowie Schülerprinzessin Angelique Helpenstein mit Pfarrer Werner Rombach und Diakon Michael Druyen bei der Parade auf dem Erkelenzer Markt. Foto: Nipko

Bärbel Meyer schaltet ein Band ein. Kettenrasseln, unheimliche Schreie. "Ihr solltet unbedingt mal meine Freunde kennenlernen. Es sind ganz besondere Freunde, wenn ihr versteht, was ich meine", sagt eine wenig vertrauensvoll klingende dunkle Stimme. Und weiter: "Wir kommen aus einer anderen Welt, der Welt der Geister und Dämonen."

Von Geistern und Dämonen ist ein paar Meter weiter auf dem Innenhof der Burg Erkelenz nichts zu spüren. Unzählige Mädchen und Jungen aus den Kindergärten und Grundschulen in Erkelenz sind in Begleitung ihrer Eltern zum traditionellen Luftballonwettbewerb erschienen. Der stellvertretende Bürgermeister Walter von der Forst, Peter Fellmin als Vorsitzender der Burgfreunde und Schausteller-Chef Gerd Lynen von Berg verteilen die kostenlosen Ballons in den Stadt-Farben Blau und Weiß.

Cora (sechs Jahre), ihre Schwester Ashley (neun), Mama Nicole Lohoff und Papa Stefan aus Terheeg sind schon seit Jahren dabei und hoffen, dass der Wind die Ballons möglichst weit trägt. "Bis nach Belgien, das kam schon oft vor", erzählt von der Forst. Die kleinen Wettbewerbsteilnehmer erhalten Kirmestaler aus Plastik, die an jedem Fahrgeschäft eingelöst werden können. Beim nächsten Lambertusmarkt werden die Gewinner bekanntgegeben, die sich über einen Familienausflug in einen Freizeitpark freuen dürfen.

(cb)