Erkelenzer Grünräume: Wiesen erblüht, Bäume vertrocknet

Erkelenzer Grünräume : Wiesen erblüht, Bäume vertrocknet

Das neue Erkelenzer Blühstreifen-Konzept geht auf: Derzeit blüht es an vielen Stellen in der Stadt. Besorgt ist das Grünflächenamt hingegen, weil der trockene Sommer 2018 Bäume hat absterben lassen.

Die kleinen Flächen mit blühenden Wildblumen fallen ins Auge. Und bei näherem Hinschauen ist zu sehen, wie beliebt sie in der Insektenwelt sind. Auf einer Fläche, so groß wie sieben Handballfelder, hat die Stadt Erkelenz in diesem Frühjahr sogenannte Blühstreifen für Insekten angelegt, die sich inzwischen entfaltet haben. Das von den Grünen beantragte und im vergangenen September politisch beschlossene Konzept sieht vor, an 25 Stellen im Stadtgebiet ein- oder mehrjähriges Saatgut zu pflanzen. Grünflächenamtsleiter Stefan Heinrichs ist mit dem Zwischenergebnis sehr zufrieden: „Die Aktion hat sich sehr gelohnt.“

Zwischen Dezember und März waren die ausgesuchten Flächen mit Bagger oder Fräse aufgelockert und abgemagert worden. Anschließend wurde eine fünf Zentimeter starke Sandschicht aufgetragen und in den Boden eingearbeitet, damit im Frühjahr drei verschiedene Saatmischungen ausgebracht werden konnten. „Auf 1500 Quadratmetern wurde in der Klimaschutzsiedlung am Bauxhof, im Ziegelweiherpark und an der Düsseldorfer Straße die einjährige Mischung ,Veitshöchheimer Bienenweide’ gesät, an verschiedenen zentralen Punkten im Stadtgebiet wie an der Krefelder Straße wurde auf 1100 Quadratmetern der ,Mössinger Sommer’ ausgebracht, und auf weiteren 3600 Quadratmetern wie an der Düsseldorfer Straße haben wir mehrjähriges Regiosaatgut genutzt, das zu 70 Prozent aus Gräsern und zu 30 Prozent aus Kräutern besteht.“ Die Saaten haben sich laut Heinrichs gut entwickelt, und er verspricht: „Die Blühwiesen haben unterschiedliche Blühphasen und Blütenstände bis in den Herbst hinein.“

Einige Sorgen macht sich das Erkelenzer Grünflächenamt hingegen bei Bäumen, die unter der langen Trockenheit im vergangenen Sommer gelitten haben. Mehrere kleine Baumbeete wie am Bischof-Ketteler-Hof, in den Bäume abgestorben waren, wurden bereits geleert, vergrößert und neu bepflanzt. Darüber hinaus berichtet Stefan Heinrichs: „Aufgrund der extremen Trockenheit im Vorjahr sind viele Bäume dieses Jahr nicht ausgetrieben oder im Laufe des Frühjahres abgestorben. Bis jetzt sind bei unseren Kontrollen 25 Einzelbäume aufgefallen, die im kommenden Winter gefällt werden müssen.“ Standort seien beispielsweise an der Wolfskaul in Gerderath, auf dem Buscherkamp und an der Krefelder Straße.

Unauffällig sind die städtischen Bäume bisher, was einen Befall mit der Goldafter-Raupe betrifft. Diese hat, wie berichtet, 30 Bäume an der Landstraße zwischen Kückhoven und Katzem befallen. „Unsere Bäume sind, Gott sei dank, noch nicht befallen“, erklärt der Grünflächenamtsleiter der Stadt. „Wir haben bisher nur mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun.“

Mehr von RP ONLINE