Erkelenz: Zweckverband Landfolge Garzweiler plant Dokumentationszentrum

Zweckverband plant für Mönchengladbach : Dokumentationszentrum soll „starkes Bild“ abgeben

Der Zweckverband Landfolge Garzweiler will in Holzweiler ein Dokumentationszentrum über den Tagebau errichten. 2020 soll aber nicht nur überlegt werden, wie das Zentrum betrieben und wo es errichtet werden soll: ein Ausblick.

Für die Menschen weithin sichtbar will der Zweckverband Landfolge Garzweiler im nächsten Jahr neue Vorhaben anschieben. Geplant sind ein Ideenwettbewerb für ein Innovation Valley auf Jüchener Stadtgebiet sowie der Planungsstart für ein Dokumentationszentrum in Erkelenz-Holzweiler und für einen Landschaftspark am Tagebaurand in Mönchengladbach-Wanlo. Weitere punktuelle Projekte sind ebenfalls vorgesehen, kündigt Geschäftsführer Volker Mielchen an. Beispielsweise eine erste Informationsstele in Jackerath. Die soll auf das „Grüne Band“ hinweisen, das Fahrradfahrer in Zukunft um den Tagebau leitet.

Mönchengladbach, Erkelenz, Jüchen und Titz haben den Zweckverband Landfolge Garzweiler im Dezember 2017 gegründet. Zuvor hatten die Tagebauanrainer in Fragen des anstehenden Strukturwandels bereits informell zusammengearbeitet. Im Oktober 2018 wurde Volker Mielchen zum Geschäftsführer bestellt. Mit einer ähnlichen Aufgabe war er bis dahin im Lausitzer Revier betraut. Vor einem Jahr hat der Zweckverband außerdem seine Geschäftsstelle in Kuckum (alt) bezogen, wo Mielchen inzwischen mit einer Assistentin und einem Projektleiter zusammenarbeitet. Stellen für zwei weitere Projektleiter sind derzeit ausgeschrieben.

17 Jahre hatte Volker Mielchen zuvor für den Zweckverband Lausitzer Seenland gearbeitet, dessen Vorsteher er war. Ihn habe das Thema „Bergbau-Folgelandschaft erneut gereizt“, erzählt er zu seinem Wechsel an den Tagebau Garzweiler. „Es ist eine tolle Aufgabe, etwas Negatives in etwas Positives zu entwickeln.“ Vorarbeit hatten die vier Kommunen bereits geleistet, als Mielchen vor einem Jahr seine Aufgabe antrat. Ein Expertenteam hatte 2016 damit begonnen, ein Drehbuch zu entwickeln, um den anstehenden tagebaubedingten Strukturwandel frühzeitig zu gestalten. Zwei der großen Projekte, die in diesem Drehbuch beschrieben werden, konnten 2019 so weit vorangebracht werden, „dass die Verbandsversammlung im November zum ,Grünen Band’ das Leitbild beschließen kann und dass 2020 zum ,Innovation Valley’ ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden kann“, kündigt Mielchen an.

2020 wird auch das Jahr sein, in dem der Zweckverband Landfolge Garzweiler sich mit der Frage beschäftigen will, wo und wie in Erkelenz-Holzweiler ein Dokumentationszentrum eingerichtet werden kann. „Darin wollen wir nicht erklären, die der Tagebau funktioniert, sondern anspruchsvoll aufarbeiten, wie der Tagebau die Landschaft verändert und was er für die Menschen bedeutet.“ Kontakt mit dem Heimatverein der Erkelenzer Lande, der ein Virtuelles Museum für die verlorene Heimat betreibt, sei schon aufgenommen worden. „2020 werden wir überlegen, wie wir das Dokumentationszentrum betreiben wollen und wo es errichtet wird.“ Es gehöre unmittelbar an den Tagebaurand und solle „ein starkes Bild“ abgeben. Der Zweckverband erhoffe sich einen nachhaltigen, innovativen Bau.

Skizzen zur Zukunft des Tagebaus Garzweiler wurden bereits 2016 für ein Drehbuch entworfen, mit dem der heutige Zweckverband Landfolge Garzweiler weiterplant. Dazu gehört die Idee, die Grube mit einem „Grünen Band“ zu umgeben. Foto: plan B

Unsicherheit schwingt bei allen Projektideen weiterhin mit. Das kann Volker Mielchen nicht bestreiten. So lange die Bundespolitik nicht abschließend geklärt hat, wie der Ausstieg aus dem Braunkohleabbau gestaltet werden soll, „lassen sich keine strukturellen Projekte umsetzen“, erklärt der Geschäftsführer von Landfolge Garzweiler und erneuert die Forderung nach „schnellstmöglicher Klarheit und Verbindlichkeit aus Berlin“. Das bisherige hin und her sei für niemanden gut, „vor allem nicht für die Menschen, deren Zukunft vom Tagebau abhängt“.