Erkelenz: Wiltrud Laser-Mauder und Marlen Krings stellen bei Pro Arte aus

Ausstellung in der Pro-Arte-Galerie in Erkelenz : Zwischen Gemeinsamkeit und Gegensatz

Pro Arte ermöglicht Wiltrud Laser-Mauder und Marlen Krings die erste gemeinsame Ausstellung. Auch nach der Vernissage ermöglichen die Künstlerinnen den Besuchern, mit ihnen in den Dialog über ihre Kunst zu treten.

Der Besucher muss schon durch alle Räume schreiten, ehe er zu dem Kunstwerk kommt, dass allein schon den Besuch der aktuellen Ausstellung in der Pro Arte-Galerie am Franziskanerplatz lohnenswert macht: eine bislang namenslosen Installation, der die Künstlerin Wiltrud Laser-Mauder bei der Ausstellung den Titel „Aleppo“ gab. Sie zeigt ein aus verbranntem Papier geschaffenes, an den Strand gespültes Bootsfragment, neben dem der Leichnam eines Geflüchteten liegt, der den Weg über das Meer in eine vermeintlich bessere Zukunft nicht geschafft hat. Das Leben und die Vergänglichkeit, das ist eines der Themen, mit denen sich die Künstlerin aus Selkant-Schalbruch beschäftigt. Das hat sie gemein mit Marlen Krings aus Waldfeucht-Haaren, mit der sie zusammen bei Pro Arte ihre Werke ausstellt. Obwohl die beiden Frauen schon seit Jahren befreundet sind und in vielen Gemeinschaftsausstellung mit anderen Künstlern ihre Werke präsentieren, ist es Pro Arte gelungen, zum ersten Mal eine Ausstellung auf den Weg zu bringen, in der die nur die beiden Künstlerinnen zusammen ausstellen.
Ein zweiter Themenschwerpunkt der Frauen, den sie in Skulpturen und Gemälden behandelt, ist der Mensch und die die Natur. Exemplarisch stehen die in der Galerie ausgestellten Objekte für das Werk der Künstlerinnen. Die „Werkschau“, so der Titel der Ausstellung, bietet einen Überblick über die verschiedenen Entwicklungsphasen und die wechselnden thematischen Schwerpunkte. Marlen Krings und Wiltrud Laser-Mauder haben sich dabei bemüht, ihre Exponate aufeinander abzustimmen. „Wir kennen uns so gut, dass es uns ein Leichtes war, der Ausstellung einen roten Faden zu geben“, meinte Wiltrud Laser-Mauder.
Bei der Vernissage, zu der der Pro-Arte-Vorsitzende Willi Arlt viele Kunstfreunde begrüßen konnte, stellte Gisela Stotzka statt mit einem üblichen Einleitungsvortrag die Künstlerinnen in einem Gespräch mit ihnen vor. So erfuhren die Besucher, das Marlen Krings ursprünglich nur Texte schrieb, unter anderem Überlegungen zu „Was ist Kunst?“ oder Gedichte und Aphorismen mit dem Titel „Die Welt ist schön“, in denen sie Texte zu Werken von Gisela Stotzka verfasste. Irgendwann begann die Autodidaktin, zu ihren Texten selbst Bilder zu malen. In einer kontinuierlichen Weiterentwicklung wechselte sie von Papier und Aquarell zu Leinwand und Acryl. „Das Schreiben ist ganz in den Hintergrund gedrängt worden“, verriet Marlen Krings. „Ich konzentriere mich jetzt auf das Malen.“
Das Material schlechthin für Wiltrud Laser-Mauder ist das Papier, vornehmlich verbranntes und angebranntes Papier, das sie zum Teil zuvor selbst geschöpft hat. Die gelernte Designerin schafft aus dem Material Plastiken und Skulpturen. Doch kommt auch die Malerei nicht zu kurz. „Marlen Krings arbeitet ungegenständlich und bringt klassisch Fabre auf Bildträger“, erläuterte Gisela Stotzka, um Unterschiede herauszustellen, „Wiltrud Laser-Mauder arbeitet hingegen gegenständlich.“ Gemeinsam sei beiden, dass ihre Farben nicht grell und krass seien. Auch dank der „abgetönten Farben“ ergebe sich ein sehr einheitliches Bild der Gesamtausstellung. Zum aktuellen künstlerischen Schaffensphase erläuterte Gisela Stotzka zu Marlen Krings, sie habe die Leinwand als Bildträger entdeckt und zeige erstmals menschliche Umrisse in ihren Werken, während der Wiltrud Laser-Mauder im Moment figürliche Plastiken um Mittelpunkt des Schaffens stünden.
Der Dank der beiden Künstlerinnen ging an Pro-Arte-Geschäftsführer Hans Dieter Wilms. Mit ihm entwickelten sie am Rande einer Ausstellung zu Karnevalszeit die Idee des künstlerischen Duetts in der Galerie.
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Die erste gemeinsame Ausstellung mit den Werken von Marlen Krings und Wiltrud Laser-Mauder in der Pro Arte-Galerie am Franziskanerplatz ist an den Sonntagen, 17. Und 24. November zu besichtigen. Zu den Öffnungszeiten von 11 bis 18 Uhr sind die beiden Künstlerinnen anwesend und informieren Besucher gerne über ihre Werke, ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede.