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Erkelenz: Virtuelles Museum kooperiert mit der Europaschule

Neue Wege für Heimatverein und Europaschule : Schüler mit Geschichte in die Zukunft

Das Virtuelle Museum nimmt die „Generation Smartphone“ ins Visier. Angedacht ist nun eine Kooperation mit der Europaschule Erkelenz.

Das könnte eine spannende Neuentwicklung nicht nur für das Erkelenzer Land werden: Gemeint ist die Verknüpfung des Virtuellen Museum des Heimatvereins der Erkelenzer Lande (HEL) mit der städtischen Europa(real)schule, die in dieser Woche eingeleitet werden soll. Die Europaschule, so ihr Leiter Willi Schmitz, baut derzeit den Geschichtsunterricht insofern um, als dass geschichtliche Ereignisse oder Phänomene auf die lokale Ebene herunter gebrochen werden. Das war das greifbarste Ergebnis des 2. Erkelenzer Museumsgesprächs am Samstag in der Kreissparkasse Erkelenz. Das war vom HEL mit der Universität Mannheim terminiert worden, für die Professor Hiram Kümper auch die Moderation des Kolloquiums leistete. Wer der Auffassung war, dass das Internet mit schnellen Zugriffen auf unbegrenzte Informationen eine Art eingebaute Marketing-Strategie für die Inhalte besitzt, musste sich eines Schlechteren belehren lassen. Auch für ein Virtuelles Museum (VM), wie es der HEL im Aufbau hat, muss dauerhaft geworben werden wie für ein Real-Museum. Es muss aber gerade für die Jugend mehr getan werden: Ergebnisse und Folgerungen des Museums-Gesprächs, das mit allein fünf Experten im Podium Analysen und Prospektionen zur „Museumspädagogik“ vorlegte. Das berüchtigte „Patentrezept“ war, fast erwartungsgemäß, nicht dabei, trotz oder wegen der Digitalisierung. Und das stellte dann auch HEL-Vorsitzender Günther Merkens mit dem Postament fest, dass das „VM eine unendliche Geschichte bleibt“. Er begrüßte zum Thema rund 50 Beteiligte, mit Willi Schmitz als Leiter der Erkelenzer Europa(-real)schule den Praktiker mit aufschlussreichen Empfehlungen, Christina Clever-Kümper vom RuhrKunstMuseum Bochum, Nina Kliemke vom Deutschen Fußball-Museum in Dortmund, Markus Kroll, Historiker bei der Fernuniversität Hagen, sowie den Mediendidaktiker Erik Senst von der Universität Bielefeld.

Hans-Georg Minkenberg vom gleichnamigen Unternehmen, das das VM professionell begleitet, drückte den Grundsatz aus, dass auch Virtualität klassische Public Relations über die verschiedensten Medien braucht – das wurde von allen Beteiligten unterschrieben, Vorschläge für die „Generation Smartphone“ gemacht, deren „Lebenswirklichkeit das Netz“ ist. Markus Kroll bündelte die Möglichkeiten und Vorschläge, die natürlich Apps, Crowdsourcing, Geo-Caching, Open Education Resources enthielt, prinzipiell also alle Möglichkeiten der Beteiligung der Nutzer im Netz. Neben die Hauptseite des VM sollte ein Mitmach-Medium nach Art der Wikipedia-Plattform gesetzt werden.

Zumindest eine Patent-Erkenntnis gab Willi Schmitz den Museumsmachern mit auf den Weg, gleichzeitig eine Anerkennung der bisherigen Arbeit: „Das VM ist bester technischer Standard! Es ist besser als der Handy-Standard der Jugend, und da muss man ständig dranbleiben, denn veraltete Technik stößt die Jugend sofort ab!“