Erkelenz: Verkehr und Probleme an Kreuzungen Bürgermonitor

Bürgermonitor : Sicherheit von Schulkindern im Blick

Hektik im frühmorgendlichen Verkehr in der Innenstadt führt oft zu gefährlichen Situationen – auch an Ampeln. Die Polizei hat an einigen Stellen die Lage im Blick. Die Stadt Erkelenz möchte mit Straßen.NRW nachbessern.

Die Brüder Anton (12), Hannes (10) und Theo (6) Küpper, ihre Freunde Luca (10) und Linus (7) Seidel und noch mehr Schüler nutzen die Ampel an der Kreuzung Goswinstraße/Am Schneller, um zur Schule zu gehen. Ihre Eltern haben gehofft, damit für einen sicheren Schulweg zu sorgen, doch längst sind Marcus und Anke Küpper sowie Tanja Seidel nicht mehr nur besorgt um ihre Kinder, sondern auch verärgert. „Noch als Theo im Kinderwagen saß, haben wir das Problem festgestellt. Obwohl wir uns an verschiedene Stellen gewandt haben, ist bis heute nichts passiert“, sagt Anke Küpper.

Kaum sagt die Mutter das, rauscht tatsächlich ein Fahrzeug über die rote Ampel, während die Fußgängerampel schon Grünlicht zeigt. Innerhalb von nur zehn Minuten werden drei Autos auf diese Weise auffällig. Marcus Küpper erklärt dazu: „Die Autofahrer scheinen diese Ampel zu übersehen oder sie ignorieren sie. So ergibt sich für jeden, der als Fußgänger an dieser Stelle die Straße vermeintlich sicher überqueren möchte, eine gefährliche Situation.“ Als Folge gehen die Jungs der Familien Küpper und Seidel sowie mehrerer anderer auch mittlerweile den kleinen Umweg in Richtung Hermann-Josef-Krankenhaus, um an der Kreuzung Goswinstraße/Tenholter Straße sicher in Richtung Schule zu gehen. Mehrere Anfragen in Richtung Stadt oder Polizei hätten zu nichts geführt, sind die Familien enttäuscht, denn schließlich gehe es um die Sicherheit aller, die an dieser Stelle unterwegs seien.

Auch die Situation am Zentralen Omnibusbahnhof ZOB an der Kreuzung Krefelder Straße/Schulring sowie an der Kreuzung Krefelder Straße/Roermonder Straße ist nicht ungefährlich. Vielfach diskutiert wird die Lage, unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook, wo die einen die Eltern dazu ermahnen, ihre Kinder zu mehr Umsicht im Straßenverkehr zu erziehen, die anderen jedoch zu bedenken geben, dass es Tausende Schüler sind, die die Schulstadt Erkelenz Tag für Tag besuchen – und diese Menge ist für die genannten Punkte nur schwierig zu bewältigen. Dazu sagt Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz: „Das Problem ist sicherlich bekannt, auch, was die kurzen Zeitphasen an den Fußgängerampeln betrifft. In Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW wird es Überprüfungen geben, um da gegebenenfalls nachzubessern.“

Ob diese Stellen besonders auffallen, dazu erklärte Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken von der Kreispolizeibehörde Heinsberg: „An allen Knoten haben sich in den vergangenen drei Jahren keine Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fußgängern ereignet. Wohl aber haben wir zwei so genannte Schulwegsunfälle erfasst, dabei ging es 2017 und 2018 um Schüler als Radfahrer, die jeweils leicht verletzt wurden.“ Die Kreuzung Krefelder Straße/Roermonder Straße ist jedoch mittlerweile im Fokus der Unfallkommission. Zur Kreuzung Krefelder Straße/Schulring, also am ZOB, erklärte Frenken, dass sich in 2018 ein Schulwegunfall ereignet habe, der auf Fehlverhalten eines Fahrzeugführers zurückzuführen war. Die Kreuzung Goswinstraße/Am Schneller sei laut Polizei nicht im Zusammenhang mit Schulwegunfällen registriert.

Letztlich appelliert Katrin Meyersieck, die Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Schule in Erkelenz, an alle Verkehrsteilnehmer. Von ihrem Büro aus hat sie ungehinderten Blick auf den Zehnthofweg. „Wir informieren ständig, auch nutze ich die Gelegenheit, um die Eltern um Rücksicht zu bitten, dass sie eben nicht mit dem Auto in den Zehnthofweg einfahren. Es geht um die Verantwortung für die Kinder. Auch sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hier vor Ort. Unterm Strich wollen wir doch alle die unschönen Situationen nicht. Mich macht das dann immer sehr betroffen.“

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