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Erkelenz: Tagebaugegner protestieren friedlich gegen Garzweiler II

Hundertschaften der Polizei auch in Erkelenz im Einsatz : Aktivisten besetzen Bagger – Tagebauprotest friedlich

Tagebaugegner setzten am Freitag ein Zeichen mit einer „roten Linie“. Besetzt wurden zudem fünf Braunkohlenbagger. Mit mehreren Hundertschaften war die Polizei vor Ort. Die Aktivisten monieren auch die Zwietracht zwischen den vom Tagebau betroffenen Menschen in Erkelenz.

Seit Jahrzehnten engagieren sich Ruth und Erhard Dohmen gegen den Tagebau Garzweiler II, der sich immer mehr auf Erkelenzer Stadtgebiet voranarbeitet. Zu unzähligen Veranstaltungen sind sie hingegangen, um Zeichen zu setzen, so auch am Freitag, als Fridays for Future und das Bündnis Alle Dörfer bleiben bei Hochneukirch zusammenkamen. Hintergrund war, gegen das geplante Kohlegesetz der Bundesregierung zu protestieren. Am nördlichen Rand des Tagebaus Garzweiler II setzte man gemeinsam die „rote Linie“, die symbolisieren soll: Bis hier hin und nicht weiter. Erstmals tauchte diese Linie am Hambacher Forst auf.

„Wir sind bei 40 Prozent an regenerativen Energien angekommen. Das heißt, dass kein einziges Dorf mehr abgebaggert werden muss“, betont Erhard Dohmen. An seiner Mütze trägt er ein kleines gelbes Kreuz. Es ist zum Symbol des Widerstandes gegen den Braunkohletagbau geworden. „Betrachten wir einen Ort wie Holzweiler, der von mehreren Seiten betroffen sein wird. Blicken wir auf Keyenberg: Dort leben noch Menschen. Und doch ist damit begonnen worden, den Friedhof umzusiedeln. Zu den größten Problemen zählt die Tatsache, dass sich Unmut zwischen den Menschen entwickelt hat, die umgesiedelt sind und denjenigen, die dafür kämpfen, dass die Orte erhalten bleiben.“ Auch Alexandra Brüne protestiert friedlich mit und betont, wie veraltet die Energieform sei.

Am Skywalk bei Jackerath erklärt Andreas Müller von der Polizei, dass in der Nacht fünf Bagger besetzt worden seien. Rund 60 Protestierende habe die Polizei bei den Besetzungen gezählt. Mehrere Hundertschaften setzte die Polizei am Freitag ein, auch die Bundespolizei war vor Ort.