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Erkelenz: Tagebau Anwohner sprechen mit Politikern

Dörfer in Erkelenz : Tagebau-Anwohner sprechen mit Politikern

In der Debatte um die Zukunft der Dörfer, die bald voraussichtlich an der Grubenkante des Tagebaus Garzweiler II liegen, haben nun Anwohner Politiker aus Erkelenz und NRW zum Gespräch eingeladen.

Für das kommenden Wochenende haben zahlreiche Initiativen, Bündnisse und Aktivisten neue Proteste am Tagebau Garzweiler II angekündigt. Bereits zuvor haben sich Vertreter der vom Tagebau betroffenen Orte mit Politikern in Holzweiler getroffen, um über ihre Zukunft zu sprechen.

Unter dem Namen „Perspektive Tagebaurand“ hatten die bürgerlichen Vertreter proaktiv zu zwei Austauschterminen nach Holzweiler eingeladen. Den Auftakt bildete ein Informationstermin mit Vertretern aus Rat und Verwaltung der Stadt Erkelenz. Zu einem weiteren Informationstermin am hatte die Interessensgemeinschaft dann Personen aus der NRW-Landespolitik eingeladen.

An beiden Terminen gingen die Vertreter aus Holzweiler, Venrath, Kaulhausen, Kückhoven, Wockerath, Wanlo und Jackerath besonders auf die jetzt schon enormen Belastungen durch den Tagebau ein  – etwa durch Staub, Schmutz, Lärm, Verkehr, Bergschäden und Grundwasser. Weiterhin schilderten sie ihre Erwartungen an die kurz bevorstehende Leitentscheidung der Landesregierung zur weiteren Entwicklung des Tagebaus Garzweiler II.

Im Fokus der Anwohner – und auch von vielen Erkelenzer Politikern – steht dabei vor allem, den Abstand zum Tagebau auf mindestens 1500 Meter zu vergrößern, die enormen Belastungen aus dem Tagebau deutlich zu reduzieren, Flexibilität für weitere Tagebauverkleinerungen in der Zukunft zu bewahren und eine Beteiligung der Bürgerschaft aus den betroffenen Ortslagen auf Augenhöhe zu erreichen.

Während vielfach schon die Zukunft nach dem Tagebau gezeichnet wird, darf man nach Meinung der Anwohner nicht die Phase vergessen, in der der Tagebau auf die Orte zukommt oder an ihnen vorbeischreitet. Wesentliche Grundlagen würden noch aus der Zeit in den 1970er und 80er Jahren stammen. „Wir leben aber heute im 21. Jahrhundert. Da hat sich einiges getan und angesichts des beschlossenen Kohleausstiegs muss da für uns am Tagebaurand einiges neu gedacht werden,“ hieß es in den Gesprächen.

Angesichts der gewaltigen Aufgabe, den Tagebau in ein sicheres Ende zu führen, müsse man hier zusammenhalten und gemeinsam an der Lösungsfindung arbeiten. Die Vertreter der Ortslagen wünschten sich hierbei auch besonders, dass es um die Menschen, den fruchtbaren Boden und die Natur vor Ort gehen muss und nicht um politisches Kalkül zwischen Parteien.

Die politischen Vertreter der Stadt Erkelenz und des Landes NRW lobten den Zusammenschluss sowie die sachliche Aufbereitung und Argumentation der Gruppe und stimmten überein, dass eine weitere Zusammenarbeit wichtig sei.

(RP)