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Erkelenz: Tänzer Marvin Conen spielt in Sarah Lombardis Musikvideo

Marvin Conen lebt seinen Traum : Erkelenzer tanzt in Sarah Lombardis neuem Musikvideo

Marvin Conen aus Erkelenz hat in diesem Jahr trotz Corona seine eigene Tanzschule gegründet und spielt die Hauptrolle im neuen Video von Sarah Lombardi. Der 21-Jährige lebt seinen Traum - dabei sei die Jugend als tanzender Junge auf dem Dorf nicht einfach gewesen.

Hin und wieder kann Marvin Conen es selber kaum glauben, wenn er in seinem Studio steht. „Es gibt Momente, da stehe ich alleine im leeren Tanzraum und denke, ich träume. Das alles habe ich mir aufgebaut“, sagt der Erkelenzer. Mit 21 Jahren hat er in diesem Jahr an der Alfred-Wirth-Straße seine eigene Streetdance- und Fitness-Tanzsportschule eröffnet, an der er inzwischen 13 Trainer beschäftigt und mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Dazu spielt er im neuen Musikvideo von Popsängerin Sarah Lombardi die Hauptrolle – bei Youtube haben sich das Video bereits knapp eine Million Menschen angesehen.

Dabei hätte es für einen jungen Menschen wohl kaum einen schlechteren Zeitpunkt geben können, um in die Selbstständigkeit zu starten. „Ich wollte Anfang März öffnen. Das war genau der Moment, in dem es mit den Corona-Maßnahmen losging“, sagt Conen. Als es dann im Mai endlich losging, hatte er große Sorgen: „Ich habe mir schon ausgemalt, wie ich alleine auf der Tanzfläche stehe und keiner kommen will. Aber erstaunlicherweise lief der Start sehr gut. Die Nachfrage war riesig.“ Der Situation kann er nun sogar etwas Positives abgewinnen: „So schnell schockt mich jetzt nichts mehr“, sagt er lachend.

Mit sechs fing der auf Hip-Hop spezialisierte Conen an zu tanzen, mit 14 gab er erstmals selber Tanzstunden. „Ich war irgendwann fast der einzige Trainer, habe eine Menge organisiert und geregelt. Da habe ich mich gefragt: Warum nicht etwas eigenes aufbauen?“ Das Training vor Ort liegt während des erneuten Lockdowns derzeit wieder auf Eis, der in den sozialen Medien umtriebige Conen sorgt aber für Ersatz. Auf Youtube und Instagram lädt er Tutorials und Übungsvideos für seine Schüler hoch. „Das ist zwar nur ein schwacher Trost, weil dieses Gruppenfeeling in der Halle einfach nicht zu ersetzen ist, aber es ist besser als nichts“, sagt er.

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Als Tänzer hat Marvin Conen schon viele Erfolge vorzuweisen. In seinem Studio steht eine ganze Vitrine mit dutzenden Pokalen, darunter zahlreiche Westdeutsche und Deutsche Meisterschaften, im vergangenen Jahr nahm er an der Hip-Hop-WM teil. Als Trainer seien aber ganz andere Qualitäten gefragt: „Ein guter Tänzer ist nicht automatisch ein guter Trainer. Man braucht dieses Feingefühl, vor allem bei Kindern. Ich muss gleichzeitig streng, aber auch lustig und cool sein, das ist ein schmaler Grat.“

Cool wirkt Conen auch in Sarah Lombardis Musikvideo, in dem er den Freund der durch „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt gewordenen Sängerin spielt. „Der Kontakt kam über einen Bekannten zustande, eigentlich hat Sarahs Management für das Video einen Hintergrund-Tänzer gesucht. Dann haben sie mich gesehen und wollten mich als Hauptrolle.“ Der Dreh, der im Sommer in Köln stattfand, sei harte Arbeit gewesen: „Wir haben von 12 Uhr mittags bis 1 Uhr nachts gedreht. Das war anstrengend, hat aber super viel Spaß gemacht. Sarah war total offen, wir haben uns richtig gut verstanden und auch die Mittagspause zusammen verbracht.“ Für ihn sei der Dreh durchaus eine Herausforderung gewesen: „Ich habe ja schon in vielen Musikvideos getanzt, aber bei Sarah musste ich zum ersten Mal schauspielern, da war auch Gestik und Mimik gefragt. So was hatte ich noch nie gemacht, das war in der ersten Szene schon unangenehm. Aber hinterher lief es dann ganz locker.“ Erfolgreich lief kurz darauf auch ein Vdeo, in dem Conen mit seiner Freundin, der Influencerin Maddy Nigmatullin (mehr als 700.000 Follower auf Instagram), auf den Dächern Kölns tanzt. Für das Geschäft seien diese Drehs gut gewesen: „Auf einmal erhalte ich ganz viele Anfragen für Videos. So läuft das anscheinend, wenn man einmal da ist“, sagt Conen.

Im kommenden Jahr dürfte es für ihn also erfolgreich weiterlaufen. „Gestern noch hat mir jemand ein Foto von einem alten Freundebuch geschickt. Da war ich sieben. Auf die Frage, was ich später einmal werden will, habe ich geantwortet: Tanzlehrer. Das ist schon verrückt“, sagt Conen, dessen Kindheit mit diesem Traum nicht immer angenehm war: „Wenn du als Kind auf dem Dorf der einzige Junge bist, der tanzt, ist es nicht leicht. Ich bin ausgelacht worden. Jetzt finden es alle cool, was ich mache. Das ist ein Hammergefühl.“ Am Ziel seiner Träume ist Conen aber noch nicht: „Ich will mal für die ganz großen amerikanischen Künstler tanzen“, sagt er – am liebsten für Chris Brown oder Justin Bieber.