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Erkelenz: Sternekoch Alexander Wulf spricht von Anfeindungen

Wegen russischer Herkunft : Sternekoch Alexander Wulf erhält Hassbotschaften

Der in Russland geborene frisch prämierte Sternekoch aus Erkelenz kann sich über die Auszeichnung kaum freuen. Wegen seiner Herkunft erhält er derzeit Hassbotschaften.

(cpas) Obwohl er am Mittwoch mit dem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, ist dem Erkelenzer Starkoch Alexander Wulf derzeit nicht zum Feiern zumute. Er sei zwar „happy“ über die Auszeichnung, sagte der in Russland geborene Wulf unserer Redaktion, allerdings denke er ständig über die Situation in der Ukraine nach, stehe auch im ständigen Austausch mit ukrainischen Köchen.

Wulf sieht sich derzeit wegen seiner russischen Herkunft mit heftigen Anfeindungen konfrontiert, wie er dem „Stern“ sagte. „Ich erhalte schreckliche E-Mails. Dass das ,Blut von ukrainischen Kindern an meinen Händen‘ klebe, dass ich ,ein Kriegstreiber‘ wäre. Meine Tochter wurde aus der Klasse geholt und gefragt, wie wir zu Putin stehen. In meinem Sohn brodelt es, er zeigt keine Tränen, aber ich merke seine Anspannung.“ Auch seien in Wulfs Restaurant Troyka in Immerath auffällig viele Buchungen storniert worden. Wulf hatte sich in den vergangenen Tagen bereits klar positioniert. „Was in der Ukraine passiert, ist mit nichts in der Welt zu rechtfertigen. Der Angriffskrieg von der russischen Regierung auf die Ukraine ist ein Völkermord und wird von uns aufs schärfste verurteilt“, teilte das Troyka-Team mit.

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Wulf erklärte, dass es viele russischstämmige Menschen gebe, die derzeit wegen möglichen Repressalien gegen ihren Familien in Russland aufpassen, was sie in der Öffentlichkeit sagen können. „Ich spüre diesen Widerstand auch und überlege natürlich, was ich sagen kann. Aber ich stehe auch in der Öffentlichkeit und werde ich gefragt, sage ich meine Meinung. Wenn ich es nicht tue, wer dann?“, sagte Wulf.