Erkelenz: sterbende Bäume, ein Signal für mehr Klimaschutz, Verkauf von Kirchen an RWE Power

Worte zur Woche : Schmerzhafte Entwicklungen

Allerhöchste Zeit ist es, dem Klimaschutz vor Ort mehr Bedeutung beizumessen. Ein gutes Signal war es deshalb, im Kreis Heinsberg den Freitag dieser Woche zum autofreien Tag auszurufen – viel mehr als ein Signal war es aber nicht. Die Wälder zeigen, dass es davon noch mehr braucht.

Sterbende Bäume auf dem Alten Friedhof an der Brückstraße in Erkelenz. Sterbende Bäume in Wegbergs Wäldern. Hier wie dort zeigen Hitze, Dürre und Stürme ihre naturgewaltigen Kräfte. Bäume müssen abgeholzt werden, die nicht hätten gefällt werden sollen. In Wegberg wies in dieser Woche die Forstverwaltung auf die Probleme hin, die auch Wassenberg und Hückelhoven betreffen, in Erkelenz war es das Grünflächen- und Friedhofsamt. Alarmierend ist, wenn die Förster feststellen: „Im gesamten Kreis Heinsberg ist die Fichte zu einem großen Teil nicht mehr zu retten.“

Allerhöchste Zeit ist es da, dem Klimaschutz vor Ort mehr Bedeutung beizumessen. Ein gutes Signal war es deshalb, dass Landrat Stephan Pusch den Freitag dieser Woche zu einem autofreien Tag ausgerufen hatte und die West Verkehr GmbH sich anschloss, indem sie Busfahren kostenfrei anbot. Viel mehr als ein Signal war es aber nicht. Das zeigte der Blick auf die Straßen. Der Klimawandel in die positive Richtung, zum Beispiel durch den Verzicht auf unnötige Autofahrten, wird noch viele solcher Signale brauchen.

Den für das Gemeindeleben schmerzhaften Einschnitt, dass mit RWE Power Einigkeit über den Verkauf der Kirchengebäude in Keyenberg, Kuckum und Berverath (alt) erzielt worden ist und dass das Bistum Aachen zugestimmt hat, war gleich zu Wochenbeginn von der Christkönig Pfarrei Erkelenz mitgeteilt worden. Dass der lange Weg bis zu dieser Einigung für diejenigen, die ihn als Verantwortliche vor Ort aufgrund der tagebaubedingten Umsiedlung gehen mussten, ein schmerzhafter gewesen ist, ist Gewissheit. Dass er allen Menschen Schmerzen bereitet, die mit den Kirchen und Kapellen in den drei Dörfern ihre Heimat verbinden, ist ebenso Gewissheit. Dass dieser Schritt auch Kritiker hat, die ihn als verfrühtes Eingeständnis an RWE ansehen, wo manch einer noch Hoffnungen hegt, die Umsiedlung aufgrund politischer Beschlüsse aus Berlin abwenden zu können, machte diese Woche ebenfalls deutlich. Eine für alle schmerzhafte Woche.

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