Erkelenz: Stadtverwaltung stellt im Frühjahr 2020 ein Konzept für einen Bürgerwald vor

Bürger sollen Erinnerungsbäume pflanzen können : Erkelenz plant mehr Blühwiesen und erstellt Konzept für einen Bürgerwald

Der Umweltausschuss hat die Verwaltung der Stadt Erkelenz damit beauftragt, Vorschläge für die Anpflanzung eines Bürgerwaldes zu erarbeiten und eine dazu geeignete stadtnahe Fläche zu ermitteln. Die Anregung dazu hatte die Grünenfraktion geliefert.

Begründet wird der Antrag damit, dass das Pflanzen eines Baumes zu besonderen Anlässen eine sehr alte Tradition und gleichzeitig ein wertvoller Beitrag zum Klima- und Umweltschutz ist. Weiterhin wiesen die Grünen darauf hin, dass einige Kommunen in der Umgebung bereits über einen Bürgerwald verfügen, wo die Einwohner zu besonderen Anlässen wie Jubiläen, Geburtstagen oder Hochzeiten Bäume pflanzen können. Dabei müsse es sich allerdings um standortgerechte und heimische Baumarten handeln. Bürger, die einen Baum pflanzen lassen, bekommen eine Urkunde sowie die Möglichkeit, den Baum zu kennzeichnen, um eine Beziehung zu „ihrem“ Wald herzustellen, hatten die Grünen für ihren Antrag geworben. Mit der Anlage eines Bürgerwaldes die Erkelenzer aktiv für den Klimaschutz zu begeistern, sei grundsätzlich eine gute Idee und werde untersützt, erklärte die Stadtverwaltung. „Das machen wir gerne“, sagte Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg im Umweltausschuss. Im Rathaus bestünden schon erste Ideen: „Wir wollen der Politik dazu im Frühjahr ein Konzept vorlegen und zuvor noch den Kontakt zu Kommunen suchen, die bereits einen Bürgerwald haben.“ Solche Projekte gibt es bereits in Übach-Palenberg, Geilenkirchen und Jüchen, die Politiker in Hückelhoven hatten einen ähnlichen Antrag zuletzt vorläufig abgelehnt.

Ausdehnen wird Erkelenz nächstes Jahr auch das Engagement, Blühwiesen anzulegen und Bürger dazu zu bringen, die Stadt auf privaten Flächen zu unterstützen. Auch dazu hatten die Grünen einen Antrag gestellt, der im Umweltausschuss einstimmig beschieden wurde. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht, und das Vorhaben ließ sich relativ einfach umsetzen“, erklärte Lurweg. Ausgesuchte Flächen (5600 Quadratmeter) waren mit Bagger und Fräse aufgelockert, durchgefräst und abgemagert worden. Im Frühjahr wurden dann Saatgutmischungen aufgebracht. Die Saaten haben sich insgesamt gut entwickelt und zeigten unterschiedliche Blühphasen und Blütenstände bis in den Herbst hinein.  Auch die Aktion „Blumenwiesen für Erkelenz“ fand eine große Resonanz. Die ersten 500 Tüten mit der einjährigen Saatgutmischung „Mössinger Sommer“ waren innerhalb von kurzer Zeit vergriffen, so dass kurzfristig nochmals 500 Tütchen nachgeordert wurden, berichtete die Stadtverwaltung.

Ausdehnen will die Stadt Erkelenz ihr Engagement auch auf Basis eines Pilotprojektes aus dem Kreis Viersen, berichtete Lurweg. In dem stellen Landwirte gegen Spenden von Dritten landwirtschaftlich genutzte Flächen zur Verfügung und legen darauf hochwertige, standortgerechte Blühstreifen an. Das Projekt „Bunte Felder 2020“ wurde in Kooperation mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft initiiert. „Wir haben bereits Kontakt zur Stiftung aufgenommen“, berichtete der Technische Beigeordnete.