Erkelenz: So arbeitet der Räumdienst des Bauhofes bei Eis und Schnee

Streu-Touren in Erkelenz : Schneefrei – so läuft der Winterdienst

Daniel Palmen vom Erkelenzer Bauhof ist Mittwochvormittag 65 Kilometer durch Erkelenz gefahren, um städtische Straßen von Eis und Schnee zu befreien. Vor einer Woche erlebte er eine Premiere. Er freut sich auf seine Dienste im Winter.

Vor der Windschutzscheibe tanzen Schneeflocken. Hinter dem Fahrzeug fliegt Streusalz. Daniel Palmen ist seit einer Stunde unterwegs, um für mehr Sicherheit auf den Straßen von Erkelenz zu sorgen. Er steuert eines von fünf Fahrzeugen, die der Bauhof hinausschickt, um Straßen zu streuen und Schnee zu beseitigen. Etwa 30 Kilometer hat Palmen bereits absolviert, ist dafür durch Matzerath, Gerderath und Vossem gefahren. 35 Kilometer liegen noch vor ihm.

Vor einer Woche feierte Daniel Palmen Premiere. Seit acht Jahren arbeitet er für Bauhofleiter Karl-Heinz Schiffers, doch hatte in den Schichten des 34-Jährigen bisher in keinem Winter so viel Schnee gelegen, dass er den Räumschild an sein Fahrzeug montieren musste. „Mit dem Räumschild zu fahren, macht noch einmal mehr Spaß, als Salz zu streuen. Man muss mit viel Gefühl fahren, ein gutes Auge für die Situation haben und sehr aufpassen, zum Beispiel auf geparkte Fahrzeuge am Straßenrand“, erzählt Daniel Palmen. Vor einer Woche, am Mittwoch, hatte er zum ersten Mal das Vergnügen und weiß seither: „Ich freu’ mich wieder darauf.“

Daniel Palmen steuert das Erkelenzer Streufahrzeug konzentriert 65 Kilometer durch das Stadtgebiet. Wer bei Eis und Schnee unterwegs ist wie er, benötigt seiner Meinung nach eine Sache besonders: „Respekt.“ Vor den Straßenverhältnissen. Foto: Speen

Fünf Fahrzeuge sind in Erkelenz unterwegs, um die städtischen Straßen nach einem festgelegten Plan zu streuen. Gemeinsam legen sie rund 270 Kilometer zurück. Weitere Flächen, beispielsweise rund um das Alte Rathaus oder an St. Lambertus, werden per Hand gestreut. Daniel Palmen steuert aus Gerderhahn heraus und stoppt hinter dem Ortsschild. Er nimmt einen roten Ordner zur Hand, trägt Ort, Uhrzeit und Datum ein. Das diene dazu, Rechtssicherheit aufseiten des städtischen Bauhofes zu erlangen, falls es auf einer gestreuten Straße einmal zu einem Unfall kommen sollte, erklärt später dessen Leiter Karl-Heinz Schiffers.

Nach kurzem Stopp fährt Daniel Palmen weiter. Um die Bushaltestelle von Genfeld dreht er eine Extrarunde, danach geht es über Genhof nach Schwanenberg. Die Route ist so gestaltet, dass die Streu- und Räumfahrzeuge niemals zurücksetzen müssen. Unfälle beim Rangieren sollen damit ausgeschlossen werden. Hinter dem orangefarbenen Fahrzeug haben sich inzwischen mehrere Autos aufgereiht. Sie halten respektvollen Abstand zu dem Salz, das hinten herausfliegt. „Es gibt aber immer mal wieder auch Experten, die zu überholen versuchen“, erzählt Palmen und schüttelt leicht mit dem Kopf. Was die Folge sein kann, könne sich jeder selbst ausmalen, sagt der 34-Jährige noch und erklärt, wie vorsichtig er selbst mit Streufahrzeug über die noch vereisten Straßen fährt: „Mit Respekt.“

Später, inzwischen in Geneiken, drückt Daniel Palmen Knöpfe neben einem Computerbildschirm im Cockpit des Fahrzeugs. Er stellt ein, wie weit das Salz links und rechts vom Fahrzeug verteilt wird. „Bei einer engen Ortsdurchfahrt ist das weniger als an einer großen Kreuzung“, erklärt er. In eine Breite von einem und zwölf Metern könne das Salz verteilt werden. Einstellen kann Palmen außerdem, wie viel Salz pro Quadratmeter gestreut wird. „Das gibt uns der Bereitschaftsleiter vor“, berichtet er. Das könnten mal zehn, mal 25 Gramm sein. „Bei Bedarf kann ich aber erhöhen.“ Genauso dürfe er reagieren, wenn er Straßenabschnitte passiert, die vom Land oder Kreis gestreut werden: „Wenn ich sehe, dass zum Beispiel eine Brücke noch nicht gestreut ist, dann mache ich meinen Streuer an, um diese Gefahr abzustellen.“

Sind die Straßen wie in Golkrath enger, kann Daniel Palmen an einem Computer im Fahrzeug einstellen, dass die Streubreite verringert wird. Foto: Speen

Als die Schneeflocken zwischen Schwanenberg und Hoven dicker werden, freut Daniel Palmen sich. Nicht wegen der Arbeit, sondern auf das Wochenende: „Dann habe ich keine Rufbreitschaft und kann vielleicht mit meinen Kindern Schlitten fahren.“

Fünf Personen bilden beim Erkelenzer Bauhof die Bereitschaftsleitung. Um 3 Uhr in der Nacht fährt im Wechsel immer einer von ihnen zu festgelegten Straßenabschnitten im gesamten Stadtgebiet, die das Ordnungsamt festgelegt hat, um zu prüfen, ob Streuen oder Räumen notwendig ist. Ist das der Fall, erklärt Karl-Heinz Schiffers, werden um 4 Uhr die an dem Tag eingeteilten elf Mitarbeiter der Rufbereitschaft alarmiert. Um 5 Uhr müssen sie mit ihren Fahrzeugen dann auf der Straße sein oder dort eintreffen, wo mit der Hand gestreut wird.

Nach zweieinhalb Stunden hat Daniel Palmen am Mittwoch seine 65 Kilometer hinter sich gebracht. Er steuert über den Platz vom Bauhof an der Richard-Lucas-Straße, hält vor dem Salzlager und winkt einen grünen Traktor heran. Palmen bittet seine Kollegin Tina De Jong, sein Fahrzeug neu zu befüllen. Etwa sieben Kubikmeter Salz passen hinein. Sein Dienst endet erst, sobald das Streufahrzeug wieder fertig für den nächsten Einsatz ist. Dazu gehört auch, dass Daniel Palmen es noch in die Waschhalle fährt und mit einem Hochdruckreiniger putzt.

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