Erkelenz: Schulverbund Gerderath und Schwanenberg tritt im Zirkus Baldini auf

Zirkusprojektwoche abgeschlossen: Die Manege hautnah erleben

Der Schulverbund der Grundschulen in Gerderath und Schwanenberg präsentiert am Freitag die kunstvollen Ergebnisse der Zirkusprojektwoche.

Die Geräuschkulisse ist fast ohrenbetäubend und gleicht der Atmosphäre in großen Konzerthallen, doch die Begeisterung, die sich durch Johlen, Klatschen und Pfeifen ihren lautstarken Weg bahnt, gilt keiner Rockband, sondern den Artisten des Circus Baldini. Die führen ihren jungen Gästen gerade vor, wie der Zirkusalltag für Profis aussieht und welche Kunststücke sie selbst in der Manege vorführen – da geht es am schwebenden Ring hoch hinaus unter die Zeltkuppel und der Feuerspucker schießt Flammensäulen in die Luft. Die Kinder sind fasziniert, geradezu euphorisch angesichts dieser Vorstellung, und machen sich im Anschluss voller Tatendrang selbst in der Manege ans Werk.

Eine Woche lang tauchten sie vollkommen ein in eine fremde Welt und durften Zirkusluft schnuppern, denn für den Schulverbund der Gemeinschaftsgrundschule Gerderath und des Teilstandortes Schwanenberg standen die Projekttage an, die im Wechsel mit dem Schulfest alle zwei Jahre stattfinden. Ab Montag tauschten die Erst- bis Viertklässler ihren gewöhnlichen Schulalltag gegen Abenteuer und Akrobatik. Jeden Tag widmeten sich die Schüler in zwei Gruppen abwechselnd dem gewissenhaften Training im Zirkuszelt und den Projektarbeiten in den Räumen der GGS Gerderath. Für die Schwanenberger Schüler wurden Busse bereitgestellt, sodass alle Kinder am Gemeinschaftsprojekt des Schulverbundes teilnehmen konnten. Den Abschluss der Projektwoche bilden nach einer Generalprobe am Donnerstagmorgen die beiden Vorstellungen am Freitagnachmittag. Auf diesen großen Tag haben sich die Schüler gemeinsam mit den Artisten sehr gründlich vorbereitet, immer begierig, etwas Neues von den Profis zu erlernen.

Den Schulverbund besuchen 170 Schüler an der GGS Gerderath und weitere 90 am Teilstandort Schwanenberg. So durften sich insgesamt 260 junge Artisten als Clowns und Akrobaten, als Seiltänzer und Trampolinspringer ausprobieren. Jonglage, Kunststücke am Trapez und mit dem Hula-Hoop sowie die Hundeshow – der nicht ganz so heimliche Favorit der Kinder – gehörten allesamt zu den neuen Fächern auf dem Stundenplan. Die Schüler André und Franca übernehmen während der heutigen Vorstellungen die Rolle der Zirkusdirektoren und stellen ihrem Publikum die Programmpunkte vor. Für sie und ihre Mitschüler stellte die vergangene Woche eine ganz neue und spannende Erfahrung dar.

Ida (9) besucht die Klasse 3b in Schwanenberg, ihr Mitschüler Mike (9) geht in die Klasse 4b in Gerderath. Beiden gefällt der Zirkus riesig, vor allem, da sie zum allerersten Mal Zirkuserfahrungen sammeln. Ida ist in der Manege als Tuchtänzerin zu sehen und baut als Akrobatin mit ihren Schulfreunden menschliche Pyramiden.

Mike hat währenddessen mit der Gruppe der Trampolinspringer geprobt. Beide stellen es sich schwierig vor, in der nächsten Woche wieder zum ganz normalen Schulalltag zurückzukehren. „Die Zirkuswoche war toll, weil wir viele neue Freunde gefunden, aber auch alte Freunde wiedergesehen haben“, sagte Ida. Mike lobte seine Mitschüler: „Die Anderen machen das echt toll, jonglieren zum Beispiel ist so schwierig“.

Die ehemalige EGS Schwanenberg hatte ein solches Zirkusprojekt in einem Turnus von vier Jahren durchgeführt, die Eltern wünschten sich diese Aktion auch für den Schulverbund. Von vielen Seiten erfuhr der Schulverbund Unterstützung, zunächst vom Hausmeister Werner Eckardt, der die nötige Infrastruktur vorbereitete, damit der Circus Baldini am Sonntag seine Zelte aufschlagen konnte. Das Projekt wurde von den Fördervereinen der beiden Schulen getragen, und auch die Stadt Erkelenz hatte sich der Schulverband mit ins Boot geholt. „Für uns ist diese vereinigte Aktion eine Premiere, und wir sind froh, dass wir so das Gemeinschaftsgefühl im Schulverbund stärken können“, sagte Schulleiterin Monika Natrup.

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