Erkelenz: Schleiff im Gipco - was das Unternehmen bietet

Serie Unternehmer der Region : Denkmäler wie Zitadelle in Jülich sanieren

2001 zog die Schleiff-GmbH in den Erkelenzer Gewerbepark Gipco. Seitdem baut das Unternehmen seine Geschäftsfelder aus.

Was 1957 in Düsseldorf klein begann, ist zu einem Unternehmen geworden, das auf drei stabilen Beinen steht. Geblieben ist aus dem Anfangsjahr im Prinzip nur der Name: Schleiff. Mit Materialien für das Bauhandwerk hatte Friedel Schleiff am Rhein seinen Betrieb eröffnet, der nach einer Stippvisite in Korschenbroich 1966 nach Erkelenz zog. Zunächst ließ sich die Schleiff-Bauflächentechnik an der Koepestraße nieder, wo Maurermeister Heinz-Peter Dahmen in die Firmenleitung einstieg. Im Laufe der Jahre wurden der Betriebswirt Ingo Reifgerste und der Bankkaufmann Georg Wilms ebenfalls Mitarbeiter und später auch Geschäftsführer. 2001 zog die Schleiff-GmbH um in den Gewerbe- und Industriepark Commernden in ein modernes Gebäude mit der kreisweit zur damaligen Zeit größten Photovoltaikanlage auf dem Dach zur eigenen Energieversorgung.

Das topmoderne Äußere des Betriebsgebäudes steht in gewisser Weise in Kontrast zu dem, was sich Schleiff auf die Fahnen geschrieben hat: die Sanierung von Bauoberflächen wie auch die Sanierung und den Erhalt von denkmalgeschützen Bauwerken und Gebäuden. Zu diesem Zweck wurde 2002 der zweite Unternehmenszweig gegründet: die Schleiff-Denkmalentwicklung GmbH. Das jüngste „Bein“ besteht seit Oktober 2018, es ist die Schleiff -Wertentwicklung GmbH.

Die Schleiff Wertentwicklung-GmbH hat das Areal an der Hindenburgstraße in Mönchengladbach übernommen. Foto: Renate Resch

Nach dem Ausschieden von Dahmen im Jahr 2017 sind jetzt Reifgeste und Wilms hauptverantwortliche Geschäftsführer für das Unternehmen und die inzwischen 100 Mitarbeiter, die vom Standort Erkelenz in die Region fahren, um Denkmäler zu sanieren, alte Gebäude in Schuss zu bringen oder die firmeneigenen Immobilien zu renovieren. Die Liste der Objekte, die durch Schleiff neuen Glanz erhielten, ist lang. Die Zitadelle in Jülich, die mit rund einer Millionen Backsteine aus dem Klinkerwerk Gillrath in Erkelenz restauriert wurde, gehört ebenso dazu wie die vielbeachteten Umnutzungen von ehemaligen Kirchengebäuden in Aachen oder Mönchengladbach. So wurde aus Kloster und Kirche St. Alfons in der Printenstadt ein Bürogebäude und entstanden in Herz Jesu in der Vitusstadt barrierefreie, öffentlich geförderte Wohnungen. „Weit über 200 Projekte werden es wohl sein“, sagt Reifgeste.

Es sind Fotos in der Firmenzentrale, die auf die vielen unterschiedlichen Arbeiten hinweisen: etwa auf das klassizistische Gebäude der Deutschen Bank in Essen. Die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden wie Schlösser, Kirchen oder Burgen zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. „Aber darin erschöpft sich längst nicht unsere Arbeit“, sagt Wilms. An vielen Bauwerken aus Beton nagt der Zahn der Zeit. Betonsanierungen nehmen zu.

Sorge, dass die Auftragsbücher leer bleiben könnten, haben die Gesellschafter nicht. Dazu trägt auch die Wertentwicklung-GmbH bei. Die erwirbt Wohn-, Büro- und Geschäftsimmobilien mit Entwicklungspotenzial mit dem Ziel, die Objekte langfristig im Bestand zu halten. „Wir haben eine Büro- und Geschäftsimmobilie in direkter Innenstadtlage von Mönchengladbach erworben“, sagt Wilms. Der Gebäudekomplex erstreckt sich über die Hindenburgstraße, die Stephanstraße bis zum Bismarckplatz und wurde seinerzeit in drei Bauabschnitten zwischen 1951 und 1993/94 errichtet. Das Areal hat eine Grundstücksgröße von fast 4700 Quadratmetern und verfügt über eine Nutzfläche von rund 10.500 Quadratmetern. „Auch haben wir eine Wohn- und Geschäftshausimmobilie an der Lüpertzender Straße mit unmittelbarer Nähe zum Berliner Platz in Mönchengladbach in unser Portfolio aufgenommen.“ Es bestehen zahlreiche Nutzungsoptionen von Büro über Wohnen sowie Einzelhandel und Discounter. Das erworbene Grundstück biete zudem Raum für zusätzliche Bebauung. Die Vorstellung von „Arbeiten und Wohnen“ soll hier von Schleiff umgesetzt werden.

Mehr von RP ONLINE