Erkelenz: Erkelenz schafft Platz für mehr Gewerbe

Erkelenz: Erkelenz schafft Platz für mehr Gewerbe

Mehr als 20 Hektar neues Gewerbeland sollen in Erkelenz erschlossen werden. Ein großer Teil der Fläche war für die Ansiedlung einer Großbäckerei vorgesehen, ein weiterer Teil liegt an der Ferdinand-Clasen-Straße.

Gut an Autobahnen angebundene Gewerbeflächen sind gefragt - in Erkelenz könnten solche ab dem nächsten Jahr wieder im Angebot sein. Zum einen hat der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für eine zukünftige Gewerbefläche an der Ferdinand-Clasen-Straße entwerfen zu lassen. Zum anderen haben er, der Hauptausschuss und am Mittwochabend bei einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen der Stadtrat die geplante Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Commerden, kurz Gipco, einen Schritt weiter gebracht.

Auf einer 3,2 Hektar großen Fläche zwischen der Düsseldorfer und Ferdinand-Clasen-Straße sowie der Bahntrasse Mönchengladbach-Aachen könnte sich ab 2019/20 Gewerbe ansiedeln. Bislang ist die Fläche für Landwirtschaft und Baumschulen vorgesehen, was jetzt jedoch im Bebauungsplanverfahren verändert werden soll, erklärte Planungsamtsleiter Manfred Orth dem Bauausschuss. Das Gebiet befinde sich in privater Hand, und der Eigentümer wolle das nun entwickeln. Entstehen könne darauf eine gewerbliche Baufläche von gut 20.000 Quadratmetern. Was sich dort einmal ansiedeln könnte und ob ein zusätzlicher Straßenanschluss notwendig sein wird, sind Themen, die planungsrechtlich noch zu erörtern sind, erklärte Ansgar Lurweg, der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, auf Anfrage unserer Redaktion. Zu beachten sei dabei auf jeden Fall, dass für die Fläche gegenüber der Bahntrasse zur Mennekrather Straße hin ein Bebauungsplan für ein Wohngebiet besteht.

Begrenzt von der Autobahn 46 und der Bundesstraße 57 zwischen Erkelenz und Granterath soll eine weitere Gewerbefläche entwickelt werden. Zunächst hatte es, wie berichtet, danach ausgesehen, dass die Großbäckerei Kamps dorthin umsiedeln würde. Ende 2017 wurde das Vorhaben dann aber gestoppt. "Wir wollen das Bauleitplanverfahren dennoch fortsetzen", sagte Ansgar Lurweg im Gespräch mit unserer Redaktion, "dieses soll Basis dafür sein, um weitere Überlegungen zu Ansiedlungen im Gipco anstellen zu können." Im Zuge der bestehenden Rahmenvereinbarung mit RWE Power zur Entwicklung dieses Areals werde es schon in den nächsten Tagen Gespräche geben, wie weiter verfahren werden solle. "Vor dem Hintergrund der Anzahl der Anfragen hätten wir diese Fläche gerne möglichst zeitnah entwickelt", sagte Ansgar Lurweg. Das Gebiet ist rund 17 Hektar groß, von denen rund 15 Hektar für neues Gewerbe vermarktet werden könnten.

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Nachdem der Bebauungsplan öffentlich ausgelegen hatte und Stellungnahmen bei der Stadt Erkelenz eingegangen waren, haben der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung sowie der Hauptausschuss bereits beschlossen, diesen unter Berücksichtigung derer als Satzung zu verabschieden; abschließend berät darüber der Stadtrat noch am kommenden Mittwoch.

Werden die Flächen an der Ferdinand-Clasen-Straße wie auch westliche der B 57 für neues Gewerbe entwickelt, könnten in Erkelenz ab 2019/20 rund 20 Hektar auf den Markt kommen. Bebaut werden die aber sicher nicht auf einen Schlag. Dazu erklärte Lurweg: "Gemeinsam könnten die Flächen - je nach wirtschaftlicher Entwicklung - als Vorrat für sieben bis neun Jahre dienen. Denn rückblickend haben wir in den vergangenen 15 Jahren im Durchschnitt jährlich rund drei Hektar Gewerbeland verkauft."

In der Sitzung des Rates forderte Hans Josef Dederichs (Grüne) am Mittwochabend noch, die Stadt möge beim Thema Ausgleichsflächen Rücksicht auf die Artenvielfalt nehmen.

(RP)