Reaktion auf gestiegene Anmeldezahlen: Erkelenz schafft neue Kita-Räume

Reaktion auf gestiegene Anmeldezahlen : Erkelenz schafft neue Kita-Räume

Bis zum Sommer muss die Stadt Erkelenz in ihren Kindergärten drei zusätzliche Gruppenräume schaffen, um den Bedarf an Kita-Plätzen befriedigen zu können. Das soll in Gerderath und am Schulring geschehen.

Erkelenz benötigt mehr Kindergartenplätze, weshalb neue Erzieher eingestellt und neue Räume geschaffen werden müssen. Der Bau- und der Hauptausschuss schufen dazu die Voraussetzungen. Allein baulich werden über 250.000 Euro investiert, von denen die Stadt Erkelenz rund 220.000 Euro über das Land Nordrhein-Westfalen als Zuschuss erhält. Im Haushalt waren diese Ausgaben für 2018 nicht eingeplant.

Als "stark gestiegen" bezeichnete Bürgermeister Peter Jansen im Hauptausschuss den Bedarf an Kindergartenplätzen, die zum 1. August vorhanden sein müssen, wenn das nächste Kindergartenjahr beginnt. Der Jugendhilfeausschuss hatte darüber bereits im März beraten, dass mehr Kinder sowohl unter als auch über drei Jahren in einer der Erkelenzer Einrichtungen betreut werden sollen. Darauf reagiert die Stadt nun baulich und personell. "Der nach dem Kinderbildungsgesetz erforderliche Personalschlüssel ist im bisherigen Stellenplan nicht abzubilden", erklärte die Verwaltung am Donnerstag im Hauptausschuss. Aufgrund der gestiegenen Anmeldezahlen sei somit eine Ausweitung des Stellenplanes erforderlich. Dieser beinhalte unter anderem knapp elf neue Stellen für die Kindertagesstätten, erklärte Erster Beigeordneter Hans-Heiner Gotzen auf Nachfrage unserer Redaktion.

In den vorhandenen Kindergartenräumen hätte Erkelenz den für das neue Kindergartenjahr angemeldeten Nachwuchs nicht mehr unterbringen können, informierte Hochbauamtsleiter Martin Fauck den Bauausschuss am Dienstag. Lösungen im eigenen Gebäudebestand sind aber möglich, so dass nicht gebaut oder Raumcontainer angemietet werden müssen. Zum einen soll eine neue Kindergartengruppe in Gerderath und zum anderen zwei zusätzliche Gruppen in der Innenstadt eingerichtet werden.

2015 brachte die Stadt Erkelenz erstmals eine Kindergartengruppe in den Räumen der einstigen Pestalozzischule am Schulring unter. Damals handelte es sich um eine Außenstelle des Kindergartens Adolf-Kolping-Hof, inzwischen ist die Einrichtung aber eigenständig und beherbergt drei Gruppen. "Wir schlagen vor, die nicht mehr genutzte Schulwerkstatt und einen Raum der Schulsozialarbeit, die zurzeit bereits umzieht, für den Kindergarten zu nutzen", berichtete Fauck. Damit schafft die Stadt Platz für zwei neue Gruppenräume (26 Plätze), die an das Außengelände der Kita angeschlossen sind. Fauck weiter: "Darüber hinaus müssen wir an dieser Stelle lediglich noch zwei weitere Toiletten einrichten."

Die dritte ab August benötigte Gruppe (20 Plätze) soll ihren Platz im städtischen Kindergarten in Gerderath finden. Dieses Gebäude wurde bereits zweimal erweitert, verfügt Fauck zufolge aber über Raumkapazitäten: "Bisher haben wir dort drei Gruppenräume sowie im Erdgeschoss des Altbaus das Familienzentrum und in dessen Obergeschoss Vereinsräume. Mit den Vereinen laufen derzeit Gespräche darüber, in andere Räume in Gerderath umzuziehen. Entsprechend wird das Familienzentrum ins Obergeschoss ziehen können, so dass im Erdgeschoss eine vierte Gruppe eingerichtet werden kann." In Gerderath muss die Stadt darüber hinaus 57.000 Euro in den Brandschutz des Kindergartens investieren, wozu sie nicht auf Fördermittel des Landes zurückgreifen kann.

Abschließend gibt der Stadtrat die zusätzlich benötigten Eigenmittel (etwa 60.000 Euro, unter anderem auch für die Ausstattung der beiden Kindergärten) in der kommenden Woche frei, der Hauptausschuss stimmte am Donnerstagabend bereits einstimmig dafür. Das Hochbauamt geht davon aus, beide Maßnahmen bis zum 1. August umsetzen zu können, jedoch nannte Amtsleiter Fauck dieses Vorhaben "eine gewisse Herausforderung".

(spe)
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