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Erkelenz: Realschule gestaltet den Lebensraum Schule

Europaschule packt an : Den Lebensraum „Schule“ gestalten

Längst hat die Realschule der Stadt Erkelenz erkannt, dass sich im Schulalltag eine Menge ändern muss. Mit kreativen Ideen setzt die Schule Maßnahmen um, um die Schule als Lebensraum zu gestalten. Aktuell steht der Schulhof im Fokus.

„Wir müssen raus aus der Enge des Klassenzimmers“, sagt Willi Schmitz, Rektor der Europaschule, Realschule der Stadt Erkelenz. Und Konrektorin Bettina Peiffer fügt hinzu: „Schule ist Lebensraum, der gestaltet werden muss.“ Zehn Jahre ist es her, als an der Schule eine Art Umdenken stattfand und viele Prozesse, die wegführen sollten von Schule als bloße Lehr- und Lernanstalt, schrittweise in Gang gesetzt wurden. Denn: „Man muss klar erkennen, wie sehr sich Schule und eben der schulische Alltag verändert haben. Wir müssen verstehen lernen, dass Schule zu einem noch viel größeren Lebensraum geworden ist“, wurde Schmitz und Peiffer unmissverständlich bewusst.

Zu erkennen sind die aktuellen Aktivitäten am Schulhof, der neu gestaltet werden soll. Erste Maßnahmen dort sind bereits umgesetzt. Neben einem neu gepflasterten Bereich steht beispielsweise eine Hainbuchenhecke, an der der Jahreskreislauf gut erkennbar wird. Die Schülerinnen und Schüler haben übrigens ein gewichtiges Wort zu sagen gehabt, als es darum ging, die Gestaltung des Schulhofes in Angriff zu nehmen.

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„Per Fragebogen haben wir die Schüler nach ihren Wünschen gefragt, was sie sich für den Schulhof wünschen“, erklärt Bettina Peiffer, die diese Bögen dann ausgewertet hat. Partizipation, dies sei sehr wichtig, merkt der Schulleiter dabei an. Während die Jüngeren einen Bewegungsraum prima finden, geht es den Älteren um Bereiche für Kommunikation – so im weitesten Sinne die zwei großen Themen, die den Schülern, die in der naturnahen Gestaltung große Einigkeit bewiesen, wichtig sind.

Unterm Strich stand letztlich ein „Grünes Klassenzimmer“, ein Platz draußen also, der Lehrern und Schülern die Gelegenheit zum Unterricht bietet. Auch die Anordnung einer Sitzgruppe, die dem Schullogo nachempfunden wird, stand als weiteres Beispiel auf den Fragebögen. Ideen gab es insgesamt viele, was auch zeigt, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule identifizieren.

Doch die neue Einrichtung des Schulhofes ist nicht mehr als ein äußeres Merkmal – vielmehr geht es der Schule nämlich um ganz andere Dinge, die sich unter anderem mit dem Schulhof realisieren lassen. Und das fasst Bettina Peiffer so zusammen: „Wenn Schüler sich als Menschen angenommen und wahrgenommen, sich wertgeschätzt fühlen, wenn sie sich in der Umgebung Schule wohlfühlen, dann führt das zum Lernerfolg.“ Willi Schmitz bringt es so auf den Punkt: „Wir müssen uns auf die Beziehungsarbeit besinnen. Im Klartext heißt das, dass wir mit den Schülern intensiver umgehen müssen.“ Schmitz und Peiffer sowie die Lehrer an der Europaschule sollen also die Möglichkeit des Austausches bekommen – unerlässlich für den Schulerfolg.

„Zum Hausbau braucht man nicht nur den Maurer, wichtig sind etwa auch der Dachdecker, der Maler und viele andere. Ein Kind, also der Schüler, ist komplexer als ein Haus. Konkret heißt das: Wollen wir die Kinder fördern, dann ist ein multiprofessionelles Team nötig“, erläutert Willi Schmitz. Anders ausgedrückt: In der Europaschule sind neben Lehrern – als Beispiel genannt – auch Ergotherapeuten und Handwerksmeister aktiv.

Insgesamt geht es darum, den schulischen Alltag sinnvoll zu entschleunigen. Zu diesen Maßnahmen zählt auch, dass seit geraumer Zeit der Gong schweigt. „Das hat dazu geführt, dass der Stress und die Hektik, die sich zweifellos auf den Gängen ergaben, deutlich reduziert haben. Schmitz: „Man muss den Mut haben, etwas auszuprobieren. Wenn es gut geht, ist es gut, wenn nicht, muss man eben wieder zurückrudern.“ Und weiter: „Ideen gibt es viele, auch für die Schulhofgestaltung. Was sich davon umsetzen lässt, werden wir sehen. Jedenfalls haben wir in der Stadt Erkelenz einen fairen Partner.“