Erkelenz: Projektorchester NRW in der Stadthalle

10 Jahre Projektorchester NRW : Jubiläumskonzert des Projektorchesters

Das Projektorchester NRW feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Das Jubiläumskonzert in der Erkelenzer Stadthalle unter der Leitung von Markus Platcha bestach mit seiner großen musikalischen Vielfalt.

Das größte Flötenorchester mit abgestimmtem Schlagwerk in ganz Deutschland feierte nun seinen ersten runden Geburtstag. Das Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen begeisterte das Publikum in der Erkelenzer Stadthalle am Franziskanerplatz mit einem ebenso abwechslungsreichem wie kurzweiligen Programm. Viel Applaus war der Lohn für die Musiker.

Der musikalische Einstieg in das Jubiläumskonzert gelang den rund 60 Musikern um Dirigent Markus Platcha mit den fröhlich-treibenden Klängen von „Brooklyn Bridge“. Dieses Stück ist sehr eng mit der Geschichte des Projektorchesters Nordrhein-Westfalen verwoben: Die Originalkomposition für Flöten­orchester von Christoph Ahlemeyer wurde eigens für die Teilnahme des Orchesters beim Wettbewerb für Auswahlorchester des Bundesverbandes deutscher Orchesterverbände (bdo) im Jahr 2010 in Bamberg verfasst. Das damals noch „blutjunge“ Orchester durfte mit „Brooklyn Bridge“ sogleich einen seiner ersten großen Erfolge feiern und erzielte auf Anhieb den ersten Preis – verdientermaßen.

Das Programm des Jubiläumskonzertes vor Erkelenzer Publikum verstand sich unterdessen als eine multikulturelle Reise durch die große Welt der Musikgeschichte und ließ dabei klar erkennen, wie facettenreich und vielseitig das Repertoire des Projektorchesters ist. Der Marsch „Leuchtfeuer“ beispielsweise war kaum verklungen, da hallten schon die vertrauten Töne von Mozarts Ouvertüre zur weltbekannten „Zauberflöte“ durch den Saal der Stadthalle. Auf das älteste Stück des Konzertabends, das weihnachtlich-klassische „O Magnum Mysterium“, folgte die Queen-Hymne „Bohemian Rhapsody“ nach einem außergewöhnlichen Arrangement für Schlagwerk, deren Darbietung von den Zuschauern mit besonders lautem Applaus bedacht wurde.

Die Ennio Morricone gewidmete Filmmusik „La Storia“ aus der Feder von Jacob de Haan sowie seine Auftragskomposition „Ross Roy“ für das australische St. Peter Lutheran College fanden im Jubiläumskonzert genauso ihren Platz wie die „Forrest Gump Suite“, „Mas Que Nada“, die „Funiculi-Funicula Rhapsody“ oder Impressionen aus dem beliebten Rollschuh-Musical „Starlight Express“.

So unterschiedlich die vom Orchester vorgetragenen Stücke auch waren, allen gemeinsam war ihre makellose Ausführung durch die Musiker des Projektorchesters. Obwohl die klassische Flöte den Grundpfeiler der musikalischen Darbietungen bildet, so ist es doch vor allem der im Zusammenspiel mit Piccolo-, Alt- und Bassflöte gewebte Klangteppich in Kombination mit dem starken begleitenden Schlagwerk, der die Musik des Projektorchesters zu etwas Besonderem macht.

Das Projektorchester NRW ist in den verschiedenen Wettbewerben für Auswahlorchester schon mehrfach als strahlender Sieger hervorgegangen. Besonders wichtig sei den Musikern nach eigener Aussage aber die Zusammenarbeit unter 100 Künstlern im Alter von etwa 17 bis 60 Jahren, die alle dieselbe musikalische Leidenschaft teilen. Jedes Jahr legt sich das Orchester „Projektziele“ fest, die in vier Probephasen gemeinsam erarbeitet werden. Der Austausch mit Gleichgesinnten und das Erlernen immer neuer, anspruchsvoller Literatur für Flötenorchester in großer Besetzung stehen dabei im Mittelpunkt. Markus Platcha ist seit 2018 als Dirigent verantwortlich für die musikalische Ausrichtung des Projektorchesters NRW und übernahm den Taktstock als Nachfolger von Gründungsdirigent Bernd Wysk.