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Erkelenz: positive Jahresbilanz der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg

Jahresbilanz der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg : Genossenschaftsbanken bestätigen gesunde Wirtschaftslage

Die Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg haben das Jahr 2019 positiv abgeschlossen. Sie wollen eine Dividende von 1,9 Millionen Euro ausschütten.

Im Umfeld von niedrigen oder negativen Zinsen, wachsenden regulatorischen Einschränkungen und der Diskussion um eine europäische Einlagensicherung sehen es die Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg als falsch an, den Weg von Direktbanken zu gehen. Das hat Veit Luxem bei deren Jahreskonferenz deutlich gemacht: „Ich warne davor, eine Direktbank nachahmen zu wollen. Da können wir als lokal verankerte Bank nur verlieren. Das Internet ist für uns das eine, wo wir auf der Höhe der Zeit sein wollen. Die menschlichen Beziehungen sind das andere. Wir werden stark auf diese Komponente setzen.“ Das bedeutet: Alle Geschäftsstellen und alles Personal bleiben erhalten.

Luxem, der in Berlin vom Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken gerade als dessen Vorsitzender bestätigt worden ist, stellte in Erkelenz mit seinen regionalen Vorstandkollegen die gemeinsame Jahresbilanz der vier im Kreis Heinsberg ansässigen Genossenschaftsbanken vor. „Unter dem Strich, ist das Jahr 2019 gut gelaufen, wenngleich der Druck auf die Zinsmargen weiter steigt“, sagte Luxem und nannte Zahlen (durch die 2017 erfolgte Fusion inklusive Mönchengladbach): Die Bilanzsumme der Banken wuchs um 5,6 Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro. Bei den Spar- und Tagesgeldkonten verzeichneten die Institute Nettozuflüsse in Höhe von 180 Millionen Euro auf nun drei Milliarden Euro, was vier Millionen Euro mehr als 2018 gewesen sind. Und die Anzahl der Investmentfondsdepots stieg um 3560 auf inzwischen gut 65.000. „Zusammengerechnet konnten wir bei den Wertpapieranlagen eine Kurssteigerung um 126 Millionen Euro verzeichnen“, berichtete Luxem aus diesem Geschäftsbereich, wies aber auch auf eine rückläufige Entwicklung im Kreditgeschäft hin: „Das Volumen bei Privat- und Unternehmenskunden stieg – nach hohen Zuwächsen in den Vorjahren, 2018 beispielsweise von 92 Millionen Euro – im vergangenen Jahr nur um 22 Millionen auf nun über 2,5 Millionen Euro.“ Darin ist Luxem zufolge eine positiv wirtschaftliche Entwicklung im Kreis Heinsberg zu erkennen: „Die Unternehmen sind gut aufgestellt und aufgrund ihrer Erfolge in den vergangenen Jahren so gut mit Liquidität ausgestattet, dass sie derzeit viele Investitionen aus eigenen Mitteln finanzieren.“ Er sehe keinen konjunkturellen Abschwung aufziehen, sagte Luxem. Dafür spräche auch, dass es bisher zu keinen Ausfällen bei den Kreditnehmern gekommen sei.

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Als Genossenschaftsbanken werden die Mitglieder an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt. Vorgesehen ist, 1,9 Millionen Euro als Dividende an die rund 56.700 Mitglieder auszuschütten. „Außerdem werden wir mit 13 Millionen Euro unser Kernkapital stärken“, erklärte Veit Luxem und betonte: „Wir haben gesunde Institute.“