Erkelenz: Pfarrer Günter Salentin feiert Priesterjubiläum

Priesterjubiläum : Mit den Menschen und für die Menschen

Günter Salentin, Pfarrer im Ruhestand, wurde am 1. März 1969 zum Priester geweiht. Das goldene Jubiläum, welches er nun feierte, war ein besonderer Moment. Dank engagierter Menschen sieht er die Kirche für die Zukunft gerüstet.

Als kleiner Erstklässler wurde er gefragt, was er mal werden möchte. „Priester oder Lehrer, das war meine Antwort damals.“ Günter Salentin erinnert sich noch ganz genau an diese Szene. Am 1. März 1969 wurde er im Aachener Dom von Bischof Johannes Pohlschneider zum Priester geweiht – das ist nun 50 Jahre her. Das Goldene Priesterjubiläum, das Salentin feierte, war daher ein ganz besonderes Fest, ein ganz besonderer Moment für ihn.

Er sitzt in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Auch als Pfarrer im Ruhestand hat er eine Menge zu tun. Die Aufgaben, die vor ihm liegen, bereitet er mit unübersehbarer Freude vor. Mit und für die Menschen da zu sein, stellt für Salentin ein hohes Gut dar. „Wissen Sie, der Begriff Seelsorge wird meiner Ansicht nach überstrapaziert“, erläutert der Pfarrer. Seelsorge hat er daher für sich auf seine eigene Weise definiert. „Dass sich Menschen akzeptiert fühlen, auch das hat ja etwas mit Seelsorge zu tun.“

Dass der gebürtige Dürener, Jahrgang 1944, sein Studium im Jahr 1963 aufnehmen konnte, war gar nicht selbstverständlich. „Meine Eltern wollten nicht, dass ich zum Gymnasium ging. Das war sehr teuer damals“, erinnert er sich. Sein frühere Heimatpfarrer, bei dem Salentin Messdiener war, erkannte jedoch Potenzial. „Er hat mir Latein-Unterricht erteilt, nachdem er mich nach einem Gottesdienst fragte, ob ich Priester werden wolle.“ Und so nahm alles seinen Lauf. Salentin besuchte doch das Gymnasium und schaffte das Abitur.

Salentin gehört der Generation an, die viel über die Entwicklung von Kirche und Glauben erzählen können. „Früher ging es viel lockerer zu. Früher war es üblich, dass man mit der Gemeinde auf dem Kirchplatz ins Gespräch kam. Vieles orientierte sich am Priester, wobei mir immer wichtig war, den Konsens zu finden. Heute kommen die Initiativen aus der Gemeinde heraus, was es damals nicht gab.“ Anders ausgedrückt: Der Jubilar spricht von Zeiten, in denen viele Orte noch ihren eigenen Pfarrer hatten, das Thema Großgemeinden nicht mal annähernd im Gespräch war.

Dass Kirche auch heute Zukunft hat, davon ist Günter Salentin fest überzeugt. Und liefert dafür Gründe: „Die Zukunft der Gemeinden geht über die engagierten Menschen, für die Religion und das Glaubensleben etwas bedeuten. Die Kirche lebt nicht in großen Gebilden, sondern in den kleinen Gemeinschaften vor Ort. Das macht Kirche heute lebendig. Kirche hat Zukunft. Es erfordert Mut, eigene Schritte zu gehen.“ Salentin sagt weiter: „Ich habe die Hoffnung, dass Eucharistie und Sakramente gespendet werden und dass die Zulassung zur Weihe geändert wird. Dies muss neu bedacht werden.“ Und so geht es Salentin darum, dass sich auch die Kirche bewegen muss. Denn: „Wir sehen doch die Menschen, die sich etwa für den Beerdigungsdienst ausbilden lassen, die zum Beispiel auch Wortgottesdienstleiter werden.“ Diese engagierten Menschen stellen für Salentin eine wertvolle Bereicherung in den Gemeinden, so auch in der großen Pfarrei Christkönig, dar.

Das persönliche Engagement Salentins beschränkt sich nicht nur auf die Arbeit vor Ort. Seit 2005 existiert der Verein „Erkelenz für Sri Lanka“, dessen Vorsitzender Salentin ist. Auslöser für die Vereinsgründung war der schwere Tsunami 2004. Bis heute hat der Verein vielfach Hilfe geleistet. „Unsere Hilfe kann nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein“, sagt Salentin, doch in den vergangenen 14 Jahren wurde vor Ort schon viel erreicht. Hilfen beim Bau von Brunnen, Hilfen im Waisenhaus, Hilfen für Fischerfamilien – das Engagement ist sehr groß.

Umso größer war Günter Salentins Freude, dass zur Jubiläumsfeier Pfarrer Emil eigens aus Sri Lanka angereist war. „Das war eine schöne Überraschung“, sagt der Jubilar, der dank seines Jubiläums viele Spenden für weitere Projekte sammeln konnte.

Mehr von RP ONLINE