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Erkelenz: Op Platt mit Theo Schläger aus Katzem

Op Platt mit Theo Schläger aus Katzem : Fiäler – Fehler

Theo Schläger aus Katzem wurde 2020 mit dem Heimatpreis der Stadt Erkelenz ausgezeichnet. Die Stadt würdigt damit Schlägers unermüdliches Engagement rund um den Erhalt der heimischen Mundart. Für die RP schreibt er regelmäßig „Op Platt“. Aber keine Sorge: Die Übersetzung steht gleich unten.

Impfe es die Rettungsspritz, die os jään Corona schötz. Doch dat klapp net, wie erhoff.

Et passeert em Liäve off, dat, wat man sehnlichs sech erdrömp, plötzlich en anger Richtung nömmp.

Weil Fiäler, die, wie jetz, passert, man bloß ärch schliät kritt korrijeert.

Fiäler jöv et immer wi-er, send net bloß passeert dis Ki-er.

Et Wichtichste es, et klapp üverhaup un et wüd wi-er normal te liäve erlaub.

Et jöv äver Fiäler, die net nüedech send un die man och vermeide könnt.

Wett man äver off i-esch hengerhiär, mäck e Urdeel dröm besongesch schwuar.

Dat man et hengerhiär biäter wett, korrijeert die Fiäler suwiesu net. Dobej wett jedes Kenk doch all, die mäck jeder, es kenne Sonderfall. Man kann och Jotts em avjewenne, mott bloß objektiv senn könne. Denn ut jede Fiäler kann man liere, statt de Kritik och noch te schüre.

Ens onger os: Wä kenn Fiäler mäck, wüer enne Hellijekandidat. Ech ben et jedenfalls net. Es ejentlich schad!

Übersetzung

Impfen ist die Rettungsspritze, die uns gegen Corona schützt. Doch das klappt nicht, wie erhofft.

Es passiert im Leben oft, dass, was man sehnlichst sich erträumt, plötzlich ’ne andre Richtung nimmt.

Weil Fehler, die, wie jetzt passiert, man bloß arg schlecht kriegt korrigiert. Fehler gibt es immer wieder, sind nicht bloß passiert diesmal. Das Wichtigste ist, es klappt überhaupt und es wird wieder normal zu leben erlaubt. Es gibt aber Fehler, die nicht nötig sind und die man auch vermeiden könnt. Weiß man aber oft erst hinterher, macht ein Urteil drum besonders schwer.

Dass man es hinterher besser weiß, korrigiert die Fehler sowieso nicht. Dabei weiß jedes Kind doch schon, die macht jeder, ist kein Sonderfall. Man kann auch Gutes ihm abgewinnen, muss bloß objektiv sein können. Denn aus jedem Fehler kann man lernen, statt die Kritik auch noch zu schüren.

Mal unter uns: Wer keine Fehler macht, wär ein Heiligenkandidat. Ich bin es jedenfalls nicht. Ist eigentlich schad!