Erkelenz: Neujahrskonzert an St. Lambertus und des Fördervereins „Kontrapunkt"

Neujahrskonzert der Kirchenmusik : Konzert wie ein musikalisches Gänge-Menü

Im Neujahrskonzert in der Leonhardskapelle waren Werke vom Barock bis zur Moderne zu hören.

Nach dem ökumenischen Weihnachtssingen am 1. Januar bezeichnete nun das festliche Neujahrskonzert der Kirchenmusik an St. Lambertus Erkelenz in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für geistliche Musik „Kontrapunkt“ den offiziellen Einstieg in das neue kirchenmusikalische Jahr. Kantor Stefan Emanuel Knauer am Klavier und Barbara Luxem an der Querflöte präsentierten in der Leonhardskapelle eine anregende Mischung aus klassischen, barocken und zeitgenössischen Werken.

Gemäß eines musikalischen Gänge-Menüs führten die Erkelenzer Musiker ihre Zuhörer durch das Programm. Das moderne Stück „Hill and Dale“ des britischen Komponisten Mike Mower machte als Amuse-Bouche Lust auf die nachfolgenden Sonaten C-Dur, jeweils aus den Federn von Georg Philipp Telemann und Gaetano Donizetti. Vor ihren Darbietungen gab die Musikpädagogin Barbara Luxem den Konzertgästen Informationen zu den Stücken und ihren Komponisten. So berichtete sie schmunzelnd zu Telemann: „Er war einer der wenigen Musiker, die schon zu Lebzeiten über die deutschen Grenzen bekannt waren und fürstlich von ihrer Musik leben konnten. Zudem wird er heute noch sehr häufig gespielt – man könnte fast sagen, Telemann lebt immer noch.“

Während einer kurzen Pause stellte Kantor Knauer das kirchenmusikalische Jahresprogramm vor, zu dem verschiedene festliche Hochämter und die Fortführung der Angelus-Konzerte gehören. Ein besonderes Highlight sei die 15. Erkelenzer Kirchenmusikwoche im September, die mit dem Oratorienkonzert, dem Kammerkonzert zu Beethovens 250. Geburtstag und dem Orgel-Tag der Pfarrei hochkarätige Unterhaltung verspricht.

Die Rückkehr zum harmonisch durchdachten Hauptprogramm gelang mit dem fröhlich-unbesorgten „Where in the World“, einem weiteren Stück von Mike Mower, das einen charmanten Einstieg in die zweite Konzerthälfte bot. Mit Johannes Driesslers polyphonem Stück „Vier kleine Stücke op. 8/2“ folgte sogleich die komplette kompositorische Abgrenzung. Den krönenden Abschluss boten Luxem und Knauer mit Benjamin Godards „Suite op. 116“, die in drei Sätzen drei völlig unterschiedliche musikalische Gattungen in den Mittelpunkt stellt. Nach der Zugabe und dem Dessert des Abends, Pascal Prousts „Prélude et Danse“, endete das traditionelle Neujahrskonzert mit lautem Beifall.