Erkelenz: Neuer Akteur beim Serenadenkonzert

Klassische Weisen, klösche Töne und beliebte Lieder : Neuer Akteur beim Serenadenkonzert

Zum ersten Mal spielten der Städtische Musikverein Erkelenz und der Cornelius-Burgh-Chor gemeinsam auf der Burg.

Eine neue Besetzung hat die Kultur GmbH für das von ihr veranstaltete Serenadenkonzert auf der Burg gefunden. Zum ersten Mal musizierten der Städtische Musikverein und der Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande gemeinsam bei dieser Veranstaltung, nachdem zuvor viele Jahre lang das Collegium Musicum der Anton-Heinen-Volkshochschule Partner der Sänger gewesen war. Von den organisatorischen Mängeln der Veranstaltung ließen sich die Akteure nicht verdrießen, sie präsentierten ein Programm, das den Geschmack des Publikums traf und das bei beiden Ensembles den Wunsch weckte, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Insbesondere beim gemeinsamen Musizieren, dem abschließenden „O fortuna“ aus Carmina burana von Carl Orff, wurden die Harmonie und das Miteinander deutlich. Zuvor hatten die Sänger unter der Leitung von Reinhold Richter und die Instrumentalisten unter der Stabführung von Thomas Lindt wechselseitig einen abwechslungsreichen Musikgenuss vermittelt, bei dem der traditionsbewusste Chor sogar zu neuen Gefilden aufbrach. Zum ersten Mal, so Richter, sang der Chor beliebte Kölsche Lieder von den Bläck Fööss, bei dem das Mitsingen ausdrücklich erlaubt war. Bei „In unserem Veedel“ oder „Dat Wasser von Kölle“ zeigte sich das Publikum ebenso textsicher wie bei den klassischen Volksliedern, zu denen „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ oder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ gehörten. Auch die „alten Schlager“, so Richter, kamen gut an. „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Ich wollt, ich wär ein Huhn“ sind halt beliebte Dauerbrenner.

Kurzweilig und vergnüglich ging es zu. Auch dem Musikverein, dem nach einer anstrengenden Woche noch ein Benefizkonzert vom Vorabend in den Knochen steckte, gelang es, das Publikum auf dem Burghof zu überzeugen. Zum Auftakt gab es „Fanfare“ von Satoshi Yagisawa, ein Stück, das im krassen Gegensatz stand zum später gespielten 1. Satz aus der „Suite from Hymn of the Highlands“ von Philipp Sparke. Vertraute und beliebte Töne genossen die Zuhörer, die sich in der Pause bei sommerlichen Temperaturen gerne ein Getränk gegönnt hätten, darauf aber mangels Ausschank verzichten mussten, beim Glenn-Miller-Medley, ehe der Musikverein bei seinem letzten Einzelauftritt zu einem seiner aktuellen „Hits“ kam: dem „Paris Montmartre“ mit einem musikalischen Streifzug durch die Stadt. Hier mussten die Musiker dem Wetter Tribut zollen: Der 85-jährige Jac Jütten, der üblicherweise mit einem Akkordeonsolo brilliert, musste passen. Nicht er, laut Lindt ein „Gründungsmitglied des Musikvereins“, sondern sein Instrument musste in Anbetracht des hochsommerlichen Wetters in den letzten Tagen kapitulieren. Mit geschickter Improvisation überbrückten die Musiker das Solo.

„Das war eine schöne Sache“, bilanzierten nach dem ersten gemeinsamen Konzert Richter und Lindt. Eine Fortsetzung ist ausdrücklich erwünscht, dann vielleicht sogar mit mehreren gemeinsam vorgetragenen Werken. An den beiden musiktreibenden Gruppierungen sollte es nicht liegen. Sie wünschen sich allenfalls eine bessere Organisation durch den nicht anwesenden Veranstalter, wie beispielsweise eine Abendkasse, einen Getränkestand oder eine Brüstung, die das Podest nach hinten absichert.

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