Erkelenz: mittelalterliches Sommerfest an der Burg und im Ziegelweiherpark so groß wie nie

Mittelalterliches Sommerfest von bisher unerreichter Größe : Die Burg als Tor zu vergangenen Zeiten

Zum Zehnjährigen des Fördervereins „Freunde der Burg Erkelenz“ lockte das mittelalterliche Sommerfest mit Ritterspielen, Markt und Lager zahlreiche Besucher in die Stadt.

Schon im Ziegelweiherpark wird klar, dass hier etwas Großes vonstatten geht. Fahrendes Volk hat seine Zelte aufgeschlagen. Der rauchig-herbe Duft von Lagerfeuern liegt in der Luft. Ritter, Gaukler, eine Schildmaid und Burgfräulein ziehen vorbei. Auch im Burghof herrscht Trubel. Die Musik, die über Zelte und Mauern schallt, erzählt Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Und der urige Schankraum im Rittersaal der Burg lädt erschöpfte Wanderer und Kämpfer zum Verweilen ein.

Zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins „Freunde der Burg Erkelenz“ fand am Wochenende rund um die Burg ein mittelalterliches Sommerfest von bisher unerreichter Größe statt. Händler boten am Fuße des Erkelenzer Wahrzeichens ihre Waren auf dem mittelalterlichen Markt feil, während Ritterschaften unter den Bäumen des Ziegelweiherparks lagerten. Dort war auch der Turnierplatz zu finden, wo Schwertkämpfe und Reitshows der Düsseldorfer Reitergruppe „Equitem Nebula“ mit Einsatz von Feuer und Pyrotechnik für ungewohnte und spektakuläre Unterhaltung sorgten.

Ein kleines hölzernes Riesenrad für Kinder war aus Polen gebracht worden, um auch die jungen Besucher mit leuchtenden Augen das Geschehen um die Burg und im Lager überblicken zu lassen. Die Spielgruppen „Vrevel“ und „Saitentanz“, seit sechs beziehungsweise drei Jahren Stammgäste auf den Mittelaltermärkten der Erkelenzer Burg, untermalten die starke Atmosphäre mit mittelalterlicher Musik und Gesang.

Zum ersten Mal war das neue Museumszimmer im ersten Stock der Burg für Besucher zugänglich. Der Schritt von der Wendeltreppe in das Kaminzimmer lenkte den Blick auf das prächtig gekleidete Herzogspaar, auf glänzende Rüstungen und lederne Kirchenbücher aus Südtirol, die auf das Jahr 1694 datiert wurden. Unter all diesen Ausstellungsstücken war das Kronjuwel jedoch ein anderes: Im gläsernen Schaukasten ruhte die originale Stadtchronik von Erkelenz, die im 16. Jahrhundert vom Stadtschreiber und Bürgermeister Mathias Baux niedergeschrieben worden war.

Das Museumszimmer soll nach Wunsch der „Freunde der Burg“ zur Dauereinrichtung werden. Schrittweise sollen neue Exponate hinzukommen, beginnen möchte der Förderverein mit dem Bau von mittelalterlichen Möbeln. „Wir wollen erreichen, dass sich die Besucher beim Gang in das Museumszimmer vollkommen in ein anderes Jahrhundert versetzt fühlen“, erklärte Peter Fellmin, Vorsitzender der „Freunde der Burg“. Noch ist der Raum ein Stockwerk höher nicht vollständig trocken, doch mit der Zeit möchte der Förderverein auch dort eine Ausstellung öffnen.

„Unser Fazit lautet, dass sich die Jubiläumsfeier für alle gelohnt hat, für uns war das ein traumhaftes Wochenende“, beschied Fellmin freudig. Die Resonanz sei nicht nur unter den Besuchern, sondern auch unter Lagerleuten und Kämpfern sehr positiv gewesen. Seit zwei Jahren erfahren die mittelalterlichen Veranstaltungen auf der Burg einen enormen Zulauf von Ausstellern und Ritterschaften. Fellmin betonte aber, dass trotz dieser äußerst erfreulichen Entwicklung die Burg die größte Priorität bleibe. Seit der Vereinsgründung 2009 halten die „Freunde der Burg“ das altehrwürdige Gebäude intakt.

Bei kommenden Veranstaltungen in der Stadt möchte sich der Verein einklinken und die Burg, die bereits zu zahlreichen Feiern und Veranstaltungen genutzt wird, an diesen Tagen zur Besichtigung öffnen. Die „Burg-Weihnacht“ als nächster Termin für mittelalterliches Spektakel werde erfahrungsgemäß und wetterbedingt nicht ganz so viele Händler und Lagerleute locken, für die nächsten Sommerfeste wünscht sich Fellmin aber, die in diesem Jahr erreichte Größe beizubehalten.

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