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Erkelenz: Menschen in Immerath gründen Ortsausschuss und wollen Dorfleben gestalten

Ortsausschuss Immerath : Das Dorfleben aktiv gestalten

Die Immerather haben einen neuen Ortsausschuss gegründet. Das Ziel lautet, den Heimatort zu optimieren und gemeinsam zu sehen, wo es nach der Umsiedlung noch Verbesserungsbedarf gibt.

Schon viele Jahre ist es her, als die ersten Menschen an den Umsiedlungsstandort zogen. Längst haben die Immerather ihr Dorfleben neu organisiert, längst funktioniert – wenn auch wegen des Braunkohlentagebaus Garzweiler II gezwungenermaßen – auch das Vereinsleben, das sich seinen Platz in und um Immerath sortiert hat. Trotzdem: Die Immerather sind aktiv, wenn es darum geht, das Leben in ihrem Heimatort auf unterschiedliche Art zu gestalten.

Das neueste „Kind“ in Immerath trägt den eher unspektakulären und einfachen Namen „Ortsausschuss“. „Die Idee dazu hatte Gisela Berger“, erzählt Jörg Thiede, Vorsitzender des SV Immerath. Gisela Berger war seinerseits die Vorsitzende des Bürgerbeirates in Immerath, in diesem Zusammenhang war sie mit dem Thema Umsiedlung besonders intensiv beschäftigt.

Am Jahresanfang 2020 wurden Flyer im ganzen Dorf verteilt. Diese erzählten den Immerather Bürgerinnen und Bürgern davon, dass jeder eingeladen ist, sich daran zu beteiligen, das Leben in Immerath zu optimieren – auf welche Art auch immer. Nicht die Ortsvereine, sondern die Immerather selbst sollten im Ortsausschuss tätig werden. „Mittlerweile hat es zwei Sitzungen gegeben. 17 Leute beteiligen sich aktuell an der Arbeit im neuen Ortsausschuss, was schon ein guter Anfang ist“, findet nicht nur Jörg Thiede.

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Fakt ist: Der neue Ortsausschuss, der einmal pro Quartal zusammenkommt, versteht sich nicht als offizielles Gremium der Stadt Erkelenz, auch sollen dort keine Beschlüsse gefasst werden. Dennoch formulieren die Immerather eine gewisse Daseinsberechtigung des Ausschusses. Jörg Thiede: „Es gibt in Immerath Themen, die die Menschen beschäftigen. Sie sollen im Ortsausschuss angestoßen und behandelt und möglicherweise auch umgesetzt werden. Darum versteht sich der Ausschuss als Sprachrohr in Richtung Stadt Erkelenz mit ihrer Verwaltung, Politik, RWE und so weiter, damit die koordinierten Interessen vertreten werden können.“

Ihre Rolle sieht Gisela Berger selbst als Koordinatorin, die die Ideen bündelt und sie auf den Weg bringt. Ihr Ziel lautet, über den Ortsausschuss eine stabile Nachfolge, die sich über die Jahre hinweg aus aktiven Immerathern tragen soll, sicherzustellen.

Fünf große Themenfelder haben sich nach dem Start bereits herauskristallisiert. Gisela Berger hat ihnen die Titel Verkehr, Infrastruktur, Freizeit, soziales Miteinander und Projekte gegeben. Dahinter, so Jörg Thiede, verberge sich eine Menge. Beispiel Markt in Immerath: Nach Auffassung der Dorfbewohner sei der Markt nicht unbedingt gelungen, wie sich mittlerweile herausgestellt hat. So sei der Platz kaum genutzt, zudem befinde sich dort viel zu wenig Grün. Nächstes Beispiel: Nutzung des Mühlengrundstücks am Ortseingang: Die alte Immerather Mühle gibt es nicht mehr, so dass man sich Gedanken darüber machen könne, so die Immerather, ob sich an dieser Stelle ein Begegnungscafé realisieren ließe. Auch die Verkehrssituation im Dorf ist den Immerathern ein Dorn im Auge. Tempolimits werden nicht eingehalten, Autos parken auf Bürgersteigen, für Kinder gibt es schlechte Radfahrbedingungen. Ganz besonders wichtig ist es den Immerathern, das soziale Miteinander im Ort zu stärken. Denkbar für die Immerather sind etwa Neubürgertage, die Zugezogenen den Start in Immerath durchaus erleichtern können, Dorf- und Straßenfeste oder auch Aktionen, bei denen es beispielsweise darum gehen kann, dass ältere Menschen den jüngeren Bewohnern des Ortes das Gärtnern beibringen.

„Ob man das alles umsetzt, ist natürlich fraglich. Aber wir wollen eben zusammen und in der Gemeinschaft etwas auf den Weg bringen. Klar ist, dass wir strukturiert arbeiten wollen“, betont Jörg Thiede, der von der Sache überzeugt ist und sich im Sinne der Menschen in Immerath einbringen und engagieren möchte.

Unsere Autorin kommentiert das Thema hier: Die Menschen stehen für Immerath.