Erkelenz: landwirtschaftliche Betriebe sollen bei Keyenberg und Kuckum (neu) zusätzlichen Platz erhalten

Erkelenzer Braunkohlenausschuss diskutiert : Platz für Landwirte am Umsiedlungsort

Auf einer zusätzlichen Fläche am Umsiedlungsstandort für Keyenberg und Kuckum sollen Landwirte ansiedeln können. Erkelenz will Platz für sechs bis acht Höfe schaffen. Außerdem sollen Weideflächen für Pferde ausgewiesen werden.

Das von Landwirtschaft geprägte Bild der Erkelenzer Börde soll auch für den Umsiedlungsstandort von Keyenberg, Kuckum, Berverath und Westrich (neu) ermöglicht werden. Entschlüsse dazu hat der Braunkohlenausschuss in Erkelenz gefasst. So soll es zusätzliche Flächen für Pferdehaltung geben und eine Erweiterung des Umsiedlungsstandortes zwischen Borschemich und Rath-Anhoven, auf der Landwirte ihre Höfe errichten können.

Die bestehenden Flächenangebote am Umsiedlungsstandort sind aufgrund Anzahl, Größe und Immissionsschutz nicht ausreichend, um landwirtschaftliche Betriebe für den Tagebau Garzweiler II dorthin umsiedeln zu können, stellte der Bergbautreibende RWE Power fest. „Inzwischen ist von Landwirten ein zusätzliches Interesse an einer Umsiedlung signalisiert worden“, berichtete der Erkelenzer Planungsamtsleiter Manfred Orth dem Braunkohlenausschuss, der deshalb die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen einleitete.

RWE hat zwischen dem Umsiedlungsstandort und dem benachbarten Mennekrath, in dem knapp 200 Einwohner leben, bereits landwirtschaftliche Flächen erworben. „Auf 12,7 Hektar soll ein weiteres Grundstücksangebot für umzusiedelnde landwirtschaftliche Betriebe geschaffen werden“, erklärte Orth. „Denkbar sind sechs bis acht Hofstellen sowie hofnahe Flächen für Ackerland und Weiden.“ Die Bezirksregierung Köln habe in Vorgesprächen signalisiert, diese Entwicklung mitzutragen.

Weil für Pferdehaltung am Umsiedlungsstandort keine Weideflächen zur Verfügung stehen, schob der Braunkohlenausschuss eine weitere Bebauungsplanänderung an. „Diese wird die Tierhaltung und das Errichten von Witterungsschutz für Pferde ermöglichen“, erläuterte Planungsamtsleiter Orth. Geplant sind eine zwei und eine drei Hek­tar große Fläche, eine zwischen dem Wasserwerk bei Borschemich und dem Südrand des Umsiedlungsortes und eine an dessen nordöstlichem Ortsrand.

Verkauft sind in Keyenberg, Kuckum, Berverath und Westrich (neu) mittlerweile 202 von 457 Grundstücken, teilte der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg im Braunkohlenausschuss mit: „65 Bauten sind bereits fertiggestellt, 88 Häuser befinden sich im Bau.“ Derzeit lebten schon 212 Einwohner in den Orten, davon 119 in Keyenberg (neu). Über 71 Prozent der Häuser in den Altorten sind laut Lurweg inzwischen Verkaufsverträge mit RWE Power geschlossen worden, für 13 Prozent laufen Verhandlungen und vier Prozent befinden sich in der vorgeschalteten Gutachterphase: „Zwölf Prozent sind offen und noch ohne Kontakt mit dem Bergbautreibenden.“

Der Straßenendausbau am Umsiedlungsort wird noch nicht erfolgen, erklärte Ansgar Lurweg zu einer Anfrage der Grünenfraktion. Dafür seien noch zu wenig Neubauten vollständig errichtet. Die Stadtverwaltung könne wohl aber mit RWE Power darüber sprechen, die dreieckige Marktfläche in Kuckum (neu) frühzeitig zu gestalten. Auch darum hatten die Grünen gebeten, wozu Hans Josef Dederichs erklärte: „Uns ist daran gelegen, dass der Platz so hergerichtet wird, wenn vielleicht auch nur provisorisch, dass er für die nächste Maifeier genutzt werden kann oder dass dort eine Sitzbank stehen kann.“ Der Technische Beigeordnete sicherte zu, diesen Wunsch mit in das nächste Gespräch mit dem Bergbautreibenden zu nehmen. Auch wolle er darin anregen, den Straßenendausbau „zeitlich stärker zu untergliedern und dadurch teilweise früher zu realisieren“.