Erkelenz: Kreismusikschule zieht ins alte Amtsgericht

Erkelenz : Kreismusikschule zieht ins alte Amtsgericht

Die Kreismusikschule Heinsberg zieht ins frühere Amtsgericht. Ein Neubau ist kurzfristig nicht möglich. Der Kreistag ebnet den Weg für den Wechsel vom Schulring zur Aachener Straße in Erkelenz.

Der Kreistag habe der Kreismusikschule Heinsberg das schönste Geschenk zum 50-jährigen Bestehen gemacht, meinte CDU-Sprecher Erwin Dahlmanns bei der Sitzung des Kreistags im Kreishaus in Heinsberg, nachdem sich das Gremium mit deutlicher Mehrheit für einen Verbleib der Musikschule in Erkelenz und zugleich gegen einen Neubau sowie für eine Nutzung des früheren Amtsgerichts an der Aachener Straße in Erkelenz ausgesprochen hatte.

Es werde allerdings noch gut zwei Jahre dauern, bis die Kreismusikschule dieses Geschenk auch tatsächlich „auspacken“ könne. Lediglich die Fraktionen von SPD und Freien Wähler können sich nicht mit dem Erwerb und dem Umbau des historischen Gebäudes anfreunden, in dem bis 1986 das Amtsgericht und bis 2018 ein Altenheim untergebracht waren. Thomas Nelsbach von den Freien Wählern meinte, die Stadt Erkelenz sei froh, dass dieses alte Gemäuer vom Kreis übernommen werde. Wie er sprach auch Gerd Krekels für die SPD die möglichen Folgekosten an, die bei einem solchen alten Gebäude entstehen könnten. Dem hielt Landrat Stephan Pusch entgegen, dass sich die Stadt Erkelenz zu 50 Prozent an allen Kosten beteiligen werde. Außerdem habe sich die Stadt bereit erklärt, dass sie sich bei einer Realisierung zusätzlich zu den jetzt bereits vorhandenen umlagefähigen Kosten mit einem zusätzlichen Zuschuss von rund 20.000 Euro jährlich an den Betriebskosten beteiligen werde.

Zwischen Neubau und Sanierung hatte lange die FDP geschwankt. Letztendlich sprach auch sie sich für den Erwerb des Gebäudes aus, nachdem die Kreisverwaltung ihr „glaubhaft versichert habe, dass kurzfristig kein geeignetes Grundstück in Erkelenz für einen Neubau zur Verfügung gestellt werden könne“, wie ihr Sprecher Stefan Lenzen sagte.

Allen Ausschussmitgliedern leuchtete ein, dass das bisher genutzte Gebäude am Schulring in Erkelenz, das die Stadt seit 2004 kostenlos dem Kreis für den Betrieb der Kreismusikschule überlässt, räumlich beengt und nicht mehr zeitgemäß sei. Eine Verlagerung in ein anderes Gebäude war unbedingt erforderlich. Dem Vorschlag der Stadtverwaltung, das ehemalige Amtsgericht an der Ecke Aachener Straße Westpromenade zu nutzen, kam die Kreisverwaltung gerne nach. Es sei ausreichend groß und finde auch die Zustimmung der Kreismusikschule. Der beauftragte Architekt Viethen hat die Kosten für Erwerb und zeitgemäßen Umbau mit rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt, ein Neubau würde nach seiner Berechnung rund 2,5 Millionen Euro kosten.

Auch wenn, wie der Landrat bei der Sitzung des Kreistages erklärte, keine Mittel aus der Denkmalförderung fließen würden, ist für die CDU und die Bündnisgrünen der Umbau und die Nutzung dieses Gebäudes alternativlos. Maria Sprenger wies für die Grünen noch einmal darauf hin, dass ein möglicher Musiksaal als Ergänzung des Raumangebotes als Option für die Zukunft bewahrt bleibe. Zunächst wird wegen der unmittelbaren Nähe zum Berufskolleg mit dessen Räumen darauf verzichtet.

Notenschlüssel Weihnachtsausgabe Musik Noten. Foto: pixabay/OpenClipart-Vectors

Sie freut sich mit Dahlmanns und der Leiterin der Musikschule, Gerda Mercks, darüber, dass es gelungen ist, ein Stück „altes“ Erkelenz zu erhalten und diesem historischen Gebäude ebenso wie der Kreismusikschule Heinsberg eine stabile Zukunft zu geben. Und nicht nur die Kreismusikschule wird dort innenstadtnah und verkehrsgünstig gelegen Unterricht anbieten: Die Volkshochschule kann vormittags die Räume nutzen.

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