1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Kolumne von Kaplan Philipp Schmitz

Kolumne des Erkelenzers Philipp Schmitz : Gedanken eines Kaplans

Philipp Schmitz, Kaplan in der katholischen Pfarrei Christkönig Erkelenz, antwortet in dieser Kolumne, die er in Reimform verfasst hat, auf die Gedanken des Kolumnisten und Mundartkenners Theo Schläger.

Die platte Sprache beherrsch‘ ich leider nicht, dennoch wag‘ ich hier eine kurze Replik.

Um die Rolle der Frau und den Heiligen Geist Theo Schlägers Gedanke kreist.

Ich frage mich nur, von welcher Kirche Theo Schläger redet, denn seit ich denken kann, hab ich Kirche ganz anders erlebet.

Schon als kleines Kind haben mir Frauen von Jesus erzählt, mit mir gebetet und mich mit einem Kreuz auf der Stirn gesegnet.

Ich glaube, nicht so sehr fehlt im Gottesdienst der Heilige Geist, er nur viel zu selten über unsren Küchentischen kreist.

Frauen sind Verkündigerinnen von Anfang an – da hat er schon ganz recht, der einfache Mann.

Doch wenn der Glaube nicht zu Hause wird gelebt, wir in der Kirche sind immer viel zu spät.

Das bringt mich zu der Frage, was denn überhaupt die Kirche ist. Nicht ein Gebäude und nicht Rom oder Aachen; nein, Kirche, das ist jeder Christ.

Dass Kirche in der Gesellschaft immer unwichtiger wird, zu den Fakten unserer heutigen Gesellschaft gehört.

Drum ist es ganz egal, ob Frau oder Mann, im Kleinen fängt der Glaube an.

Nicht nur sonntags um 10 wird verkündigt, denn als Christ und Christin ist jeder mündig.

Drum sollte niemand verzagen, stattdessen den Glauben wagen, da wo ein jeder hingestellt, in unserer großen weiten Welt.

„Gedanken eines einfachen Kaplans“ – Replik zu Theo Schlägers „Gedanken eines einfachen Mannes“ (RP, 1. August 2020)