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Erkelenz: Kolumne Op Platt von Theo Schläger

Op Platt mit Theo Schläger aus Katzem : Kritiseere – Kritisieren

Theo Schläger ist frisch ausgezeichnet mit dem Heimatpreis der Stadt Erkelenz. Diesen hat er bekommen, weil er sich um das Bewahren der heimischen Mundart verdient gemacht hat. Seine Gedanken sind regelmäßig in der RP zu lesen.

Wä Kritik net erdrare kann, dä fenk et bääs i-esch janix aan. Denn keene es perfeck, weil jeder doch Fiäler mäck.

Äver kritiseere mott man richtich liere. Möt Feinjeföhl kann dat jelenge, net fies un bott aanbränge, dat dat donoh joot wüd, net Jroll bloß üvrich blitt.

Kritik erdrare es och net li-ech, weil die net immer treck enlüech. Kritik äver dann schmeck, wenn man die Erfahrung mäck, dat man dovon profiteert.

Dann es man flott kureert. Dat Kritik joot senn kann, liert jeder irjendwann.

Übersetzung:

Wer Kritik nicht ertragen kann, der fängt am besten erst gar nichts an. Denn keiner ist perfekt, weil jeder doch Fehler macht.

Aber kritisieren muss man richtig lernen. Mit Feingefühl kann das gelingen, nicht fies und gefühllos anbringen, damit das danach gut wird, nicht Groll bloß übrig bleibt.

Kritik ertragen ist auch nicht leicht, weil die nicht immer direkt einleuchtet. Kritik aber dann schmeckt, wenn man die Erfahrung macht, dass man davon profitiert.

Dann ist man flott kuriert. Dass Kritik gut sein kann, lernt jeder irgendwann.