Erkelenz: Kindertagesstätte St. Servatius Kückhoven startet Projekt mit GemüseAckerdemie Potsdam

Kückhovener Kinder pflanzen Gemüse : Kinder bestellen den Himmelsgarten

Der katholische Kindergarten in Kückhoven vermittelt auf einem Acker, genannt „Himmelsgarten“, wie Gemüse angebaut wird und zu Essen verarbeitet werden kann.

Karla Kartoffel, Tilda Tomate und Bert Bohne heißen ihre neuen Freunde. Mit ihnen lernen die Drei- bis Fünfjährigen der katholischen Kindertagesstätte St. Servatius in Kückhoven, was in ihrem neuen Gemüsebeet wächst. Dieses haben sie mit der GemüseAckerdemie aus Potsdam angelegt, wofür ihnen das Ehepaar Küppers eine Fläche gleich neben dem Kindergarten zur Verfügung gestellt hat. „So fängt Nachhaltigkeit an“, stellte Gemeindereferentin Barbara Felder fest, nachdem sie das Projekt gesegnet hatte.

Vor fünf Jahren nahm die GemüseAckerdemie in Potsdam ihren Anfang. Die Idee, unter anderem von dem gebürtigen Erkelenzer Christoph Schmitz, war es, junge Menschen im Kindergarten und in der Schule besser mit Gemüse vertraut zu machen und ihnen Nützliches über dessen Herkunft und Anbau mit auf den Lebensweg zu geben. Inzwischen beteiligen sich bundesweit 400 Einrichtungen, darunter 300 Schulen und 100 Kindergärten. So wie der aus Kückhoven, der auf diese Weise Wertschätzung von Lebensmitteln und Kenntnisse über die Natur vermitteln möchte.

Mit einem Quiz beginnt der Projekttag: Welches Gemüse zeigt Jonas Friederitzi von der GemüseAckerdemie aus Potsdam? Möhre, Kartoffel, Kohlrabi, Rote Beete – alles kein Problem. Nur der Fenchel wird zunächst nicht erkannt. Foto: Speen

Angebaut werden auf dem Kückhovener Acker, dem „Himmelsgarten“, 25 Gemüsesorten. „Gesetzt werden nur mehrjährige Pflanzen, weil wir das Projekt nicht auf ein Jahr beschränken wollen“, erklärt Kindergartenleiterin Melanie Lengersdorf. „Unser Traum ist es, künftig einmal pro Woche von unserem eigenen Gemüse kochen zu können, und unser Ziel ist es, einen kleine Stand aufstellen zu können, an dem wir Teile unserer Ernte abgeben.“

Bevor gepflanzt wird, laufen die Kinder und Betreuer von der GemüseAckerdemie im Gänsemarsch über das umgegrabene und vorbereitete Grundstück. Dabei treten sie die Wege fest, auf denen sie später gehen und stehen dürfen. Foto: Speen

Vorbereitet wird das Projekt seit mehreren Monaten. „Im Herbst begannen die ersten Arbeiten auf dem Acker. Wir sammelten Grünschnitt und ganz viele Blätter und verteilten diese auf dem Boden. Regelmäßig wurde die Mulchschicht aus Blättern und Grünschnitt von den Kindern gelockert. Im April gab es dann eine große Väter-Kind-Aktion, bei der der vorbereitete Boden umgegraben wurde“, berichtet Lengersdorf. Zur Vorbereitung gehörte aber auch, die Kosten für das Vorhaben zu decken: „Wir haben Spenden erhalten, die Dorfgemeinschaft hat uns unterstützt, wir haben mit den Kindern aber auch Waffeln beim Adventsdorf in Kückhoven und im Obi-Markt verkauft, so dass wir das Geld für die ersten zwei Jahren schon beisammen haben.“

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