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Erkelenz: Kardiologiepraxis bereitet Übergabe vor

Neuerungen in Erkelenz : Kardiologiepraxis bereitet Übergabe vor

Im Jahr 1994 hat Heribert Brück seine kardiologische Praxis in Erkelenz begründet. Nun ist sein Sohn Benedikt als Facharzt mit an Bord, verstärkt den Praxisbetrieb und bringt Neuerungen mit.

Es ist mehr als 25 Jahre her, als Dr. Heribert Brück den Kreis Heinsberg und besonders die Stadt Erkelenz zunächst mal auf der Landkarte suchen musste. Vor Ort angekommen, war schnell klar, dass die Entscheidung richtig sein würde, hier eine kardiologische Facharztpraxis zu eröffnen. „Nun hat es schon das Silberjubiläum gegeben“, wirft der Mediziner, der der erste niedergelassene Kardiologe im Kreisgebiet war, den Blick zurück. Doch so sehr er die Geschichte der Praxis auch schätzt, so sehr ist er gespannt, was die Zukunft bringen wird, denn: Brück ist mittlerweile nicht mehr alleine in der Praxis tätig, seit einiger Zeit hat er Unterstützung bekommen, denn sein Sohn Benedikt, der ebenfalls Facharzt für Kardiologie ist, verstärkt den Praxisbetrieb nicht nur, mit ihm eröffnen sich auch neue Wege, die den Patienten zugute kommen werden.

Der 34-Jährige weiß noch gut, als er als kleiner Junge durch die Praxis seines Vaters gesaust ist. „Meine Frau und ich dachten vielmehr, dass er mal im technischen Bereich tätig werden wird. An die Medizin haben wir überhaupt nicht gedacht“, erinnert sich Dr. Heribert Brück. Brück Junior übrigens auch nicht. Erst im Zivildienst, den er beim Rettungsdienst abgeleistet hat, war klar, dass er nur die Medizin werden würde. Studiert hat Dr. Dr. Benedikt Brück in München und Wien.

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Den gemeinsamen Weg betrachten beide als vorteilhaft. „Wir lernen voneinander“, betonen sie übereinstimmend. Während der Sohn von der Erfahrung des Vaters profitiert, lernt dieser wiederum von der Kenntnis seines Sohnes um die technischen Aspekte. „Natürlich muss man als Arzt die ständige Entwicklung seines Fachgebietes im Blick halten“, erklärt Dr. Heribert Brück, der ein Beispiel hinterherschiebt: „In der Praxis nutzen wir moderne Techniken, etwa mit der Echokardiographie, die neue Möglichkeiten bietet, die Herzleistung zu bestimmen. Früher ging es bei dieser Technik darum: Pumpt der Muskel oder nicht?“ Dr. Dr. Benedikt Brück: „Mit dem neuen Gerät sind wir in der Lage, fast schon die zellulare Ebene zu erreichen, also sichtbar zu machen, wie sich die einzelnen Muskelzellen zusammenziehen. Darüber hinaus können wir mittlerweile sehr differenziert darstellen, wie gut das Herz Blut überhaupt aufnehmen kann, bevor es weitergepumpt wird.“ Den Ultraschall bezeichnen beide Ärzte als Kernkompetenz einer kardiologischen Untersuchung. Und: Dr. Dr. Benedikt Brück bringt viel Wissen rund um Herzklappen mit, sein Promotionsthema war Aortenklappenersatz. „Wir sind in der Lage, die Herzklappenversorgung zu übernehmen, was sonst nur in Herzzentren erledigt wird.“ Noch umfangreicher wird die Praxis in der Bearbeitung der komplexen Schrittmachersysteme unterwegs sein. Ausgebaut werden konnten in diesem Zusammenhang die Behandlung von Herzrhythmusstörungen sowie auch die Kontrolle der Schrittmacher und Defibrillatoren. Einzug halten wird auch ein modernes Gerät für die Spiroergometrie, den Dr. Dr. Benedikt Brück mit „Cadillac der Leistungsdiagnostik“ beschreibt. Gemeint damit ist ist ein Verfahren zur Überprüfung der Belastbarkeit der Lunge und des Herzkreislaufsystems. Gemessen wird dabei etwa die Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Atemluft des Patienten unter körperlicher Belastung. Mit der Hilfe des Gerätes können sogar Trainingspläne erstellt werden.

Dr. Heribert Brück (65) sieht mit Freude, dass die von ihm aufgebaute Praxis für die Zukunft gerüstet ist. „Ich habe es immer von mir weggeschoben, nach einem geeigneten Nachfolger zu suchen. Dass dieser nun mein eigener Sohn ist, ist eine tolle Sache.“ Für die Patienten bedeutet das, dass die Praxis für Kontinuität steht, was Vertrauen schafft.