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Erkelenz: Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Granterath

Feuerwehr in Granterath : Löscheinheit feiert die 112 als Jubiläum

Die Feuerwehr in Granterath hat mit ihrem Jubiläumsfest auf ein besonderes Jahr gewartet: Jetzt besteht sie seit 112 Jahren und hat einige Veränderungen hinter sich. Dies wurde vor der Mehrzweckhalle zwei Tage lang gefeiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Granterath kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: 1907 wurde sie von ortsansässigen Männern, die nach einigen Bränden die Notwendigkeit einer Feuerwehr sahen, gegründet und bezog das Spritzenhaus neben der Metzgerei, wo eine Handspritze, die meist mit einer Pferdekutsche transportiert wurde, das Haupteinsatzgerät darstellte. In den 1950er Jahren zog die Feuerwehr in Blechgaragen um, die sich dort befanden, wo jetzt die Mehrzweckhalle steht. Zusätzlich erhielt sie einen Tragkraftspritzenanhänger, der häufig von einem Traktor gezogen wurde und auch eine Pumpe beinhaltete. In den 1970er Jahren wiederum wurden die Blechgaragen abgerissen und stattdessen die Mehrzweckhalle sowie das Feuerwehrgerätehaus erbaut. Die Freiwillige Feuerwehr Granterath durfte die linke Hälfte des Gerätehauses benutzen und erhielt zusätzlich ihr erstes richtiges Einsatzfahrzeug: ein Tragkraftspritzenfahrzeug.

1989 wurden der Schulungsraum und sanitäre Anlagen an das Gerätehaus angebaut, während im Jahr 1994 ein neues Fahrzeug angeschafft wurde, das Löschfahrzeug 16, das als Gruppenfahrzeug fungierte. Zusätzlich war ein 1600 Liter umfassender Wassertank vorhanden, was eine Verbesserung zum vorherigen Fahrzeug darstellte, für das ständig ein Hydrantennetz vorhanden sein musste. Im Jahr 2003 wurde das Löschfahrzeug 16 jedoch zu alt und entsprach nicht mehr den geforderten Standards, so dass ein Löschfahrzeug 10-6 angeschafft wurde, das ebenso eine Gruppenbesatzung vorsah. Dies ist auch heute noch das Einsatzfahrzeug der Granterather Feuerwehr.

Der letzte große Schritt in der Geschichte der Löscheinheit war, dass die rechte Hälfte des Gerätehauses 2017 an die Freiwillige Feuerwehr übergeben wurde, so dass mehr Platz für das Auto, die Umkleide, den Schulungsraum, die kleine Werkstatt, Küche und die sanitären Anlagen geschaffen wurde.

Seit April 2017 ist Guido Finken Löscheinheitsführer. Beim Jubiläumsfest erzählte er, dass die Feuerwehr in Granterath immer freiwillig gewesen sei und die Mitglieder andere Hauptberufe ausübten, wodurch im Einsatz praktischerweise auf unterschiedliche Kenntnisse zurückgegriffen werden könne. Stolz erzählte Finken auch von der aktuellen Situation der Löscheinheit: „Wir haben 19 Aktive und drei Mitglieder in der Jugendabteilung, die Zehn- bis 18-Jährige aufnimmt. Wenn die Jugendlichen möchten, können sie danach zu den Aktiven überstellt werden, damit sie auch Einsätze mitfahren können. Allerdings ist dazu eine Grundausbildung mit einigen Lehrgängen Voraussetzung. Am Standort selber findet auch noch eine theoretische und praktische Ausbildung statt, die sich hauptsächlich auf Teambuildingmaßnahmen konzentriert“, erklärte er. Die Jugendfeuerwehr gibt es bereits seit den 1970er Jahren.

Dieses Jahr hatte die Feuerwehr Granterath bereits 45 Einsätze, viele davon waren hitzebedingte Brände, aber auch technische Hilfeleistung gehörte dazu, wenn Betriebsmittel aus Fahrzeugen ausgelaufen sind.

Der Weg vom Aktiven zum Lösch­einheitsführer sei lang gewesen, jedoch auch lohnenswert, berichtete Finken: „Mich hat immer angetrieben, dass man anderen Leuten helfen kann, indem man sie vor Schäden bewahrt. An unserer Truppe gefällt mir besonders der Gruppenzusammenhalt und wie wir miteinander umgehen. Nach jedem Einsatz wird mit den Beteiligten geredet und abgeklärt, wie sie das Geschehene verarbeitet haben, auch wenn es nur ein Ölfleck war. Das ist vor allem wichtig für die folgenden Einsätze, damit man weiß, wer wo eingesetzt werden kann. Außerdem sind wir im steten Kontakt mit unserer Notfallseelsorgerin Ulla Rotkranz.“ Finken ist stolz, Teil dieser Einheit zu sein, da man sich immer auf den anderen verlassen könne und gemeinsam an den Herausforderungen wachse. Dass die Teammitglieder für die Arbeit ihre Freizeit opfern, sei keineswegs selbstverständlich, fügte er hinzu.

Und dies wurde zum Jubiläum groß gefeiert: Für die Kinder war vor der Mehrzweckhalle Granterath eine Hüpfburg aufgebaut, zusätzlich konnten sie sich schminken lassen. Am Grill und in der Cafeteria wurde für Essen und Getränke gesorgt, und auch das Unterhaltungsprogramm gab einiges her: Höhepunkt war die Übung der Jungendfeuerwehr, während der gezeigt wurde, dass auch der Nachwuchs schon Kenntnisse beim Löschen eines Brandes besitzt. Und vielleicht können einige von ihnen diese bald auch schon in der Realität einsetzen.