1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz investiert drei Millionen Euro in Retentionsbodenfilter am Marienweg

Sichtbarer Baufortschritt in Erkelenz : Bodenfilter werden Beeckbach entlasten

Vier Bauwerke sind in den Boden eingelassen und auf 17.000 Quadratmetern drei Filterflächen angelegt worden, damit Erkelenz künftig auf Starkregen-Ereignisse eingestellt ist und der an das Klärwerk grenzende Beeckbach entlastet wird.

Die finanziell derzeit größte Baustelle der Stadt Erkelenz liegt am Ende des Marienwegs. Neben der Kläranlage werden für drei Millionen Euro drei Bodenfilter errichtet. Sie sollen in Zukunft bei Starkregen verhindern, dass der angrenzende Beeckbach, der das geklärte Wasser aufnimmt und zur Schwalm leitet, überflutet wird. „Statt bis zu 3000 Litern pro Sekunde werden dann noch maximal 270 Liter in den Bach gelangen. Und dank der Bodenfilter wird das Wasser außerdem eine höhere Qualität besitzen“, erklärt Sabine Stucki vom Ingenieurbüro Berg und Partner aus Aachen, das die Baumaßnahme leitet. Damit setzt die Stadt Erkelenz eine Forderung der Bezirksregierung Köln um, was insofern belohnt wird, als dass die NRW-Bank das Projekt zur Hälfte mitfinanziert.

Seit dem Spatenstich für die sogenannten Retentionsbodenfilter im Februar hat sich der einstige Acker neben der Erkelenzer Kläranlage verändert. Auf dem 17.000 Quadratmeter großen Grundstück sind aus Erdreich drei zusammengerechnet 9000 Quadratmeter große Filterbecken angelegt worden, zu denen drei 350 Meter lange Kanalbauwerke führen. Der Untergrund des ersten Beckens ist inzwischen so weit hergestellt, dass im August mit der Bepflanzung begonnen werden kann. Dazu erklärt Stucki: „Wir werden in die drei Becken 59.000 Schilfpflanzen setzen. Diese helfen dabei, das ankommende Wasser zu reinigen.“ Stehen werden sie auf einem Untergrund, der aus 14.000 Quadratmetern Folie, Filtervlies sowie einem Substrat aus Kies und Sand besteht und in das hinein 1600 Meter Drainagerohre verlegt sind, über die das gereinigte Wasser in den Beeckbach abfließen wird.

Geschehen soll das in Zukunft ganz kontrolliert. Nachdem das Bauwerk zwischen den Bodenfiltern und dem Beeckbach fertiggestellt worden ist, vor dem sich in Zukunft das gereinigte Wasser zunächst sammeln wird, hat die Stadt Erkelenz gerade den Auftrag für die Anlagensteuerung vergeben. „Diese wird die Wasserabgabe in den Beeckbach regeln und die Mengen verzeichnen“, erklärt Bastian Schröders vom Tiefbauamt der Stadt.

In dieses Becken können schon Schilfpflanzen gesetzt werden. Foto: Speen
Gut zu erkennen, wie sich der Untergrund der Bodenfilter aufbaut aus Folie, Filtervlies und einem Substrat aus Sand und Kies. Foto: Speen

Neben den drei Retentionsbodenfiltern sind in den vergangenen sechs Monaten vier Bauwerke in den Untergrund gesetzt worden: neben dem Ablauf sind das zwei Bauwerke, die in den Marienweg eingelassen wurden und deren Aufgabe es ist, das Tempo des ankommenden Wassers zu drosseln; das größte Bauwerk aber bildet den Eingang zu den Bodenfiltern, über welches das Wasser gleichmäßig über die drei Flächen verteilt werden wird. Integriert worden ist in dieses Verteilerbauwerk zusätzlich das bisherige Zuflussrohr in den Beeckbach, damit im Falle eines ganz großen Regenereignisses auch noch ein vierter Ablauf vorhanden ist. „Wir nennen es die Notentlastung in den Beeckbach“, erklärt Sabine Stucki. Dass dieser benötigt wird, dürfte bei zehnjährigen Großregen-Ereignissen der Fall sein. Dass die drei Bodenfilter benötigt werden, wird hingegen weitaus häufiger erwartet, erklärt Stucki: „Es ist zu beobachten, dass Regenereignisse von ihrer Intensität stärker werden und dass immer häufiger viel Regen in kurzer Zeit fällt.“