Erkelenz: Hundefreunde Erkelenz kämpfen gegen Hundekot

Hundefreunde Erkelenz : Aktion: weniger Hundekot am Wegesrand

Erkelenzer Hundefreunde wollen gemeinsam mit der Stadt mehr Sauberkeit beim Gassigehen erreichen. Auf Wiesen und Wegen fallen geschätzte drei Tonnen Hundekot im Jahr an. Die gehören in Beutel. Wo es die gibt, zeigt ein Faltblatt.

Hundehaufen verunstalten das Stadtbild, sind Quell vieler Krankheiten und kosten den Halter ein ordentliches Bußgeld, sollte er dabei ertappt werden, dass er die Hinterlassenschaft seines Tieres nicht entsorgt, sondern auf dem Bürgersteig oder am Wegesrand liegen lässt. Hundebesitzer aus Erkelenz werben jetzt, im Zusammenspiel mit der Stadt Erkelenz, für mehr Sauberkeit. Herausgegeben haben sie ein Faltblatt, das über die Standorte der Hundekot-Beutelstation informiert und Fragen beantwortet, die sich aus achtlos liegengelassenen Hundehaufen ergaben können.

Gründe, Hundehaufen liegen zu lassen, sind vielfältig, erklärt Petra Kanters, Gründerin der Facebook-Gruppe „Hundefreunde Erkelenz“. Sie und die inzwischen 1300 Mitglieder hätten dazu unzählige Gespräche mit Hundehaltern geführt: „Man schaut auf sein Handy und, schwupp, hat der Hund hinter einem einen Haufen gemacht, den man nicht bemerkt. Oder man hat keinen Beutel dabei. Oder die Kotbeutel werden nicht akzeptiert, weil die Mülleimer zu entfernt stehen. Oder es herrscht die Meinung vor, dass über die Hundesteuer für die Entsorgung durch Stadtmitarbeiter gezahlt wird.“

Die „Hundefreunde Erkelenz“ wollen dazu anregen, das Verhalten zu ändern. Das Faltblatt werden sie über Hundevereine verteilen, und die Stadtverwaltung hilft mit, erklärt Ordnungsamtsleiter Dieter Stumm: „Wir geben die Informationen über das Bürgerbüro, Ordnungs- und Steueramt heraus, dort, wo Neubürger auflaufen oder Hunde angemeldet werden.“ Zusätzlich ist vorgesehen, auf allen derzeit 25 Hundekot-Beutelstationen QR-Codes anzubringen, über die Hundehalten die weiteren Standorte ermitteln können.

Die erste Station war 2014 in Erkelenz aufgestellt worden. Inzwischen sind es 25. Einige davon gehen auf Anregungen der Facebook-Gruppe zurück, die dazu eine Umfrage unter ihren Mitgliedern organisiert hatte mit der Frage: Wo wird besonders viel Hundekot auf Wegen und Grünstreifen gesehen? „In Gerderhahn, an der Erkelenzer Burg und am Bahnhof sind dadurch schon neue Station aufgestellt worden“, berichtet Kanters erfreut.

Die Situation habe sich in den vergangenen Jahren bereits verbessert, stellt Dieter Stumm für die Stadt Erkelenz fest. Dennoch freue er sich, „dass der Flyer unsere Arbeit unterstützt“. Die Hoffnung sei, dass die Akzeptanz größer ist, wenn dieser von Hundehaltern selbst kommt. Aktuell sind 4300 Hunde in Erkelenz gemeldet. „Gehen wir davon aus, dass jedes Tier drei Haufen am Tag macht, entsteht ein enormes Aufkommen“, erklärt Ordnungsamtsmitarbeiterin Kathrin Walbrecht. Dies spiegelt sich in der Anzahl benötigter Hundekot-Beutel wider: „350.000 werden im Jahr verbraucht. Dafür gibt Erkelenz bis zu 2500 Euro aus, die über die Müllgebühr und den Haushalt für öffentliche Sicherheit und Ordnung finanziert werden.“ Die Kosten für die Stationen und Arbeitsstunden, diese regelmäßig zu befüllen, sind darin noch nicht eingerechnet.

Hundekot-Beutelstationen in der Kernstadt gibt es allein zwölf: Grünzug Süd, Dahlke-Platz, Fußgängerbrücke Oestricher Kamp, Blaue Brücke Oerather Mühlenfeld, Anton-Heinen-/Brückstraße, Stadtpark, Luise-Hensel-Schule, Kindergarten Buscherhof, Ziegelweiherpark, Fußgängerzone/Markt, von-Reumont-Straße und Wiese an der Antwerpener Straße.

Verwarnt wird, wer einen Hundehaufen nicht entsorgt und dabei erwischt wird. 35 Euro sind dann in Erkelenz fällig. Das ist der Status quo – noch. Dazu erklärt Amtsleiter Dieter Stumm: „Derzeit überarbeiten wir den Bußgeldkatalog insgesamt, um ihn an neue rechtliche Regelungen des Landes anzupassen. Das soll bis zum Jahresende geschehen.“ Eine neue Summe könne deshalb noch nicht genannt werden, aber: „Andere Kommunen verlangen schon 100 Euro.“

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