Erkelenz: HuDe setzt Schienenschleiffahrzeug der Berliner Verkehrsgesellschaft nach Brand instand

Spezialtransporter angekommen : Erkelenzer Spezialisten für Schienenschleiffahrzeug

Für ein Schienenschleiffahrzeug mussten bei HuDe 30 Meter Gleis verlegt werden. Neue Sicherheitstechnik und ein Löschsystem werden eingebaut.

Auf einem Spezialtransporter ist ein 54 Tonnen schweres, 20 Meter langes Schienenschleiffahrzeug nach Erkelenz gebracht worden, um instand gesetzt zu werden – einmal quer durch Deutschland. Gefahren werden durfte nur nachts. Die Genehmigung dafür dauerte einen Monat. Jetzt steht die Schienenschleifmaschine der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) an der Industriestraße bei der Firma HuDe. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf den Bereich der Messtechnik spezialisiert.

Warum der Aufwand, warum Erkelenz, warum HuDe? Die Schienenschleifmaschine wurde 1995 hergestellt und in Dienst genommen, um das Schienennetz der Bundeshauptstadt zu warten. Den Hersteller allerdings gibt es inzwischen nicht mehr und damit auch keine Ersatzteile oder Wartungsmöglichkeiten. Wohl aber gibt es ehemalige Mitarbeiter, die mittlerweile in Erkelenz ihr Know-how bei HuDe weitertragen.

Vor anderthalb Jahren brach in der Maschine, die auch in Tunneln mit Akkumulatoren arbeitet, ein Brand aus, verursacht womöglich durch eine zu starke Erwärmung. Mit Umsicht brachte der Lokführer die Maschine damals ans Tageslicht und sich selbst in Sicherheit. Über eine entsprechende Sicherheitstechnik verfügte das Fahrzeug nicht. Diese Sicherheitstechnik bietet HuDe jedoch seit einigen Jahren als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland an. Nun soll die Schleifmaschine zunächst dekontaminiert werden. Danach soll geklärt werden, welche Sicherheitsmaßnahmen und welche Technik neu in das Fahrzeug verbaut werden müssen. In Abstimmung mit der BVG und der Firma Siemens soll zusätzlich eine Löschtechnik eingebaut werden, deren Handhabung künftig beim Lokführer liegt. Die Kosten wurden mit einem sechsstelligen Betrag beschrieben.

„Die Überholung wird voraussichtlich bis Ende Januar dauern“, mutmaßt Nevad Alljanovic, Verantwortlicher für Vertrieb und Service bei diesem Auftrag. Mit seinem Bruder Nevad, der die technische Überwachung innehat, musste zunächst eine entsprechende „Werkstatt“ hergerichtet werden. Dazu verlegten die Mitarbeiter etwa 30 Meter Gleis in einem Zelt, auf dem das Schienenschleiffahrzeug nun steht.

Aus Berlin gekommen war das Ungetüm mit einem Spezialtransport, der zentimetergenau an das Werkszelt andocken musste. Für Fahrer Franz Tenzel jedoch kein Problem: „Ich mache das seit 20 Jahren.“ Allerdings hatte er sich Unterstützung mit Uwe Volkman mitgebracht, denn das Transportgespann war mit 30 Metern nicht einfach durch die enge Industriestraße zu manövrieren – rückwärts. Die beiden haben jedoch Erfahrung, unter anderem auch bei den Wagons für die Rurtalbahn, die immer wieder auf den Landstraßen in der Gegend zu beobachten sind.