Erkelenz: Grundsatzbeschluss für Innenstadt-Entwicklungskonzept vorbereitet

Erkelenzer Stadtkern-Entwicklung vor Grundsatzbeschluss : Attraktive City kostet 21 Millionen Euro

Kosten in Höhe von 21 Millionen Euro kalkuliert die Stadt Erkelenz, um bis 2030 den Stadtkern neu zu gestalten. Weitere 21 Millionen Euro sind über den Kommunalhaushalt für beispielsweise Straßen- und Kanalbau eingeplant.

Städtebaufördermittel in Höhe von 21 Millionen Euro will Erkelenz beantragen, um in den kommenden acht Jahren die Innenstadt umzugestalten. Die in den vergangenen Monaten mit Bürgern und Politikern diskutierten Leitziele wurden im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung erstmals um eine Summe ergänzt, die die im Detail noch zu beratenden und zu beschließenden Einzelmaßnahmen kosten könnten. Außerdem wurde eine Zeitschiene vorgestellt, wann die einzelnen Bereiche des Stadtkerns erneuert werden sollen. Begonnen würde demnach am Bahnhof und am Grüngürtel der Westpromenade.

Durch den im Fachausschuss vorbereiteten Grundsatzbeschluss, die Innenstadt von Erkelenz umgestalten zu wollen, kann der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch, 25. September, den nächsten Schritt einleiten und bei der Bezirksregierung Köln den Antrag stellen, dafür in die Städtebauförderung aufgenommen zu werden. Eine Entscheidung darüber wird bis zum späten Frühjahr des nächsten Jahres erwartet. Danach könnte mit der Umsetzung erster Projekte gestartet werden.

Details nannte das von der Stadt beauftragte Planungsbüro MWM aus Aachen. Der „Schwerpunkt des Paketes“ liege auf der Umgestaltung von Straßen, Wegen und Plätzen, erklärte Bernd Niedermeier. Hier seien Maßnahmen in Höhe von 17,5 Millionen Euro zu planen. Kleiner falle die barrierefreie Erschließung von Burg, Altem Rathaus und Leonhardskapelle aus. Für Orte der Begegnung seien 845.000 Euro zu kalkulieren. Maßnahmen von Privatpersonen sollten mit 900.000 Euro unterstützt werden, die zum Beispiel durch Fassadensanierungen zur Aufwertung des Stadtbildes beitragen. Weil ein City-Manager dabei helfen könne, die anstehenden Projekte mit zu steuern, sollten für die Prozessbegleitung weitere 800.000 Euro beantragt werden. Und zuletzt könnten laut MWM für Vorbereitung, Planungsarbeit und Machbarkeitsstudien weitere 650.000 Euro für die nächsten acht Jahre benötigt werden.

Bekommt Erkelenz die Städtebaufördermittel bewilligt, bliebe es nicht allein bei diesen Investitionen. Über den städtischen Haushaltsplan sind für die Innenstadt bereits weitere 21 Millionen Euro für Straßen- und Kanalbau, Neuordnung des Parkraums, Mobilitätsstationen und Rad-Vorrang-Routen eingeplant, machte Niedermeier deutlich. Außerdem würden durch private Maßnahmen noch einmal geschätzte 80 Millionen Euro in den nächsten Jahren in den Stadtkern investiert, zum Beispiel durch Wohnungsbau oder die Umgestaltung des alten Amtsgerichts.

Bekommt Erkelenz Städtebaufördermittel bewilligt, soll der Ziegelweiherpark etwa Mitte des nächsten Jahrzehnts neu und offener gestaltet werden. Foto: Anke Backhaus

Bei zwei Gegenstimmen von Bürgerpartei/Graue Panther und Freien Wählern/UWG empfahl der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung dem Stadtrat, den Grundsatzentschluss zu fassen. Er sei mit einem hohen Maß an Bürgerbeteiligung erarbeitet worden und biete die Chance, die Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten, erklärten die Befürworter. Noch mehr Einbahnstraßen, weniger Parkplätze und im Innenstadtkonzept fehlende Aussagen über Folgekosten waren die Punkte der Kritiker. Dass auf die im bisherigen Verfahren eingegangenen Bürgeranregungen in den weiteren politischen Beratungen Schritt für Schritt eingegangen werde, versprach Bürgermeister Peter Jansen.

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