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Erkelenz: Grünflächenamt muss durch Hitze und Trockenheit abgestorbene Bäume fällen

Baumfällungen in Erkelenz : Gestresste Bäume, gefährdete Sicherheit

Nach zwei Hitzesommern geht das Grünflächenamt der Stadt Erkelenz davon aus, dass die Folgen – kranke oder von Schädlingen befallene Bäume – bis in die nächsten Jahre reichen werden. Im Winter werden zahlreiche Bäume gefällt.

Die andauernde Hitze und Trockenheit im Sommer 2018 und 2019 hat viele Bäume gestresst, geschwächt und erheblich anfälliger für Krankheiten und Schädlingsbefall gemacht. Die Folge: Die Bäume sterben ab. Dutzende Male werden die Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Erkelenz deshalb in den kommenden Monaten zu den Kettensägen greifen müssen, um betroffene Bäume zu fällen. Allein schon aus Sicherheitsgründen. Dies kündigt Amtsleiter Stefan Heinrichs an und sagt nach den beiden Hitzesommern vorher: „Deshalb ist auch in den kommenden Jahren mit einem verstärkten Auftreten von Baumkrankheiten, Schädlingen und absterbenden Bäumen zu rechnen.“

Bereits im Frühjahr waren bei Baumkontrollen 25 abgestorbene Bäume aufgefallen, die sich im Zuständigkeitsbereich des Grünflächenamtes befinden. Weitere rund 30 städtische Bäume starben während des folgenden Sommers ab. Hinzu kamen außerdem einzelne Bäume entlang der Wasserläufe, die so unter dem sogenannten Trockenstress litten, dass auch sie gefällt werden müssen. Heinrichs benennt einige Standorte, in denen die Mitarbeiter des Grünflächenamtes demnächst tätig werden: „Grünzug West, der alte Friedhof an der Brückstraße und Bäume an der Brückstraße selbst, Haus Hohenbusch, der Friedhof in Lövenich und der Zentralfriedhof an der Roermonder Straße.“ Da die Baumkontrollen ganzjährig erfolgen, können zudem immer wieder neue notwendige Fällungen hinzukommen, weil Bäume Symptome zeigen, die eine umgehende Fällung erforderlich machen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. So zum Beispiel bei Kastanien, erläutert Stefan Heinrichs: „Die Pilzfruchtkörper wachsen erst nach einem Kältereiz, also einem Frost. Bevor die Pilzfruchtkörper erkennbar sind, gibt es keine Hinweise auf eine Bruchgefahr. Treten sie dann auf, wird die Stabilität des Holzes durch den Pilz häufig innerhalb kurzer Zeit so deutlich reduziert, dass nur noch eine kurzfristige Fällung infrage kommt.“

Das Baumkataster der Stadt Erkelenz erfasst aktuell mehr als 14.000 Bäume, die regelmäßig kontrolliert werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Dazu kommen 97 Hektar Wald und 80 Kilometer Waldränder und Wasserläufe, die das Grünflächenamt im Blick behält. Um Lücken, die durch Fällungen entstehen, wieder aufzufüllen, wurden im Vorjahr beispielsweise 400 Bäume neu gepflanzt. Auch die Bäume, die jetzt abgesägt werden sollen, werden ersetzt, kündigt Heinrichs an: „Soweit möglich, sind Nachpflanzungen im Winter und für das Frühjahr vorgesehen.“