Finanzielle Unterstützung gefordert Grüne fordern Beratungsstelle für Kinder bei sexuellem Missbrauch

Erkelenz · Grüne Kreistagsfraktion zu Gast beim Kinderschutzbund in Erkelenz. Das Thema: Es gibt vermehrt Anfragen und Hilferufe zu sexuellem Missbrauch.

 Michael Kutz vom Erkelenzer Kinderschutzbund.

Michael Kutz vom Erkelenzer Kinderschutzbund.

Foto: CDU Erkelenz

Bei einem Besuch des Kinderschutzbundes in Erkelenz präsentierte der Vorsitzende Michael Kutz die große Bandbreite des Engagements, angefangen von Flüchtlings- und Integrationsarbeit, über Drogen- und Sexualaufklärung bis hin zu Intervention bei häuslicher Gewalt und Krisenhilfe.

2006 mit ehrenamtlichem Engagement begonnen, gibt es seit 2015 hauptamtliches Personal, bestehend aus pädagogischen Fachkräften und Studentinnen der Sozialen Arbeit. Der Kinderschutzbund übernimmt Aufträge und Aufgaben des Jugendamtes wie sozialpädagogische Familienhilfe oder begleitete Umgänge (Besuche von getrennt lebenden Vätern oder Müttern bei ihren Kindern). Die Zusammenarbeit erfolgt mit Jugendämtern im Kreis Heinsberg und mit Nachbarstädten wie Aachen oder Mönchengladbach.

„Es gibt vermehrt Anfragen und Hilferufe zu sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“, so Michael Kutz, im vergangenen Jahr seien es 20 gewesen. Kutz weiter: „Dies hat mit der Sensibilisierung in der Bevölkerung, aber auch der unmittelbar Beteiligten wie Erzieherinnen, Lehrer und Lehrerinnen etc. zu tun.“ Der Kinderschutzbund möchte dem mehr gerecht werden und seine Arbeit in diesem Bereich ausweiten. Dafür sind mehr Fachkräfte erforderlich, für die ein Jahresbudget notwendig ist. Mit dem Kreis Heinsberg ist der Kinderschutzbund im Gespräch, ob eine finanzielle Unterstützung einer Beratungsstelle für Betroffene bei sexuellem Missbrauch möglich ist. „Die Grünen-Fraktion unterstützt ausdrücklich eine solche Einrichtung“, so Jutta Schwinkendorf, stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktion. „Die Fälle in Lügde und Bergisch Gladbach zeigen das Ausmaß und die Verbreitung. Der Kreis Heinsberg kann sich da nicht ausschließen und ist sicher kein Ort, wo die Welt diesbezüglich noch in Ordnung ist.“ Marion Wissing, Mitglied für die Grünen im Jugendhilfeausschuss: „Das Gespräch mit dem Vorsitzenden Kutz hat uns nicht nur davon überzeugt, wie wichtig und dringend eine solche Beratungsstelle ist, sondern auch gezeigt, dass der Kinderschutzbund die fachliche Qualifikation mitbringt.“

Neben der persönlichen Beratung von betroffenen Kindern und Eltern plant der Kinderschutzbund auch die Schulung und Beratung von Erzieherinnen, Lehrkräften und anderen Menschen, die mit Kindern zusammen arbeiten. Ein wichtiges Arbeitsfeld soll auch die Öffentlichkeitsarbeit sein, so Kutz. Die Grünen-Kreistagsfraktion wird sich dafür einsetzen, dass der Kreistag zeitnah über die Bewilligung von Haushaltsmitteln für eine Beratungsstelle beschließt.