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Erkelenz: Grüne fordern Barrierefreiheit auch im Internet

Kommunalpolitik in Erkelenz : Barrierefreiheit auch im Internet

Die Web-Auftritte der Stadt Erkelenz sollen auch für Eingeschränkte verständlich werden. Dazu hat die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Erkelenz einen Antrag auf den Weg gebracht.

(cpas) Die Stadt Erkelenz muss auch im Internet barrierefrei werden. Das hat Andreas Ullmann, ehrenamtlicher Behindertenbeautragter der Stadt, im Gespräch mit unserer Redaktion bereits vor Wochen gefordert. In die gleiche Kerbe schlagen nun auch die Grünen, die einen entsprechenden Antrag an den Erkelenzer Stadtrat formuliert haben.

„Barrierefreiheit beschränkt sich nicht nur auf die physisch erlebbare Umwelt. Auch in der Kommunikation fordert das Gebot der Inklusion barrierefreien Zugang zu Informationen“, erklärt die stellvertretende Grünen-Fraktionchefin Beate Schirrmeister-Heinen. Sie will, dass Erkelenz auf diesem Gebot eine Vorreiterrolle in der Region einnimmt. Der Behindertenbeauftrage Andreas Ullmann hatte bereits gesagt: „Wir sind dran an diesem Thema.“ Bürgermeister Stephan Muckel habe ihm versichert, dass wichtige Informationen etwa für Sehbehinderte schon in absehbarer Zeit leichter im Internet auffindbar sein sollen. Die Grünen zielen in ihrem Antrag allerdings auch auf die sogenannte „Leichte Sprache“ ab. Diese soll auch für sprachlich eingeschränkte Bürger einfacher zu verstehen sein, etwa Menschen mit Lernschwierigkeiten, Beeinträchtigungen, beginnender Demenz oder Migranten, die die deutsche Sprache erst lernen.

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„Die Ermöglichung der Teilhabe durch Information ist auch eine Aufgabe im Sinne der Nachhaltigkeit“, sagt die grüne Ratsfrau Beate Schirrmeister-Heinen. Nach einer Studie der Universität Hamburg waren 2011 in Deutschland zwei Millionen Menschen totale Analphabeten und 7,5 Millionen Menschen funktionale Analphabeten. Die Grünen gehen auf Grundlage von Schätzungen davon aus, dass gar fast jeder fünfte Bürger „eine geringe Lesekompetenz“ aufweise. Die Internetpräsenz der Stadt in dieser Hinsicht barrierefrei zu machen, sei daher für viele Betroffene eine wichtige Aufgabe. Schirrmeister-Heinen: „Die Angebote tragen zum neuen positiven Image der Stadt bei und setzen den Gedanken der nachhaltigen Barrierefreiheit auch auf der Informationsebene fort.“

Nach einer EU-Richtlinie sollten die Mitgliedsstaaten eine entsprechende Online-Barrierefreiheit bereits bis 2018 umsetzen, die Bundesregierung tat dies im Juli 2018.