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Erkelenz: Grüne erreichen mehr Blühstreifen aber kein Gülle- und Glyphosat-Verbot auf städtischen Äckern

Grüne erreichen mehr Blühstreifen : Kein Gülle-Verbot auf städtischen Ackerflächen

Pächter städtischer Ackerflächen sollen in Erkelenz dazu verpflichtet werden, zwei Prozent davon als insektenfreundliche Blühstreifen anzulegen. Darauf hat sich der Hauptausschuss bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen verständigt. Gelten soll die Regelung für Neuverträge.

Nach hitziger Debatte war diesem Teil eines Antrags der Grünen-Fraktion ein positives Votum beschieden worden. Ein Verbot von Gülle und Glyphosat auf Äckern, die von der Stadt Erkelenz gepachtet sind, wurde von der Ausschussmehrheit hingegen abgelehnt. „Gülle ist nicht verkehrt, wenn sie richtig eingesetzt wird. Und sie wird auch in Biobetrieben eingesetzt“, hatte Hermann-Josef Bienefeld (FDP) argumentiert und ergänzt, „Kunstdünger als Alternative für falsch zu halten“. Dass Landwirte mit dem Unkrautvernichter Glyphosat sorgsam umgehen, hatte wiederum Walter von der Forst (CDU) erklärt: „Niemand setzt das aus Artenschutzgründen in der Blütezeit ein, wenn dann nur nach der Ernte auf Brachen – und dann auch nur in Notfällen.“ Jeder Landwirt sei darum bemüht, Positives für Insekten und Nachhaltigkeit zu tun, „denn die Böden sind unsere Lebensgrundlage“.

Wäre alles „so gut wie beschrieben, hätten wir keinen Rückgang bei den Fluginsekten um 75 Prozent“, entgegnete Hans Josef Dederichs von den Antrag stellenden Grünen. Der Rat der Stadt Erkelenz habe die Verantwortung für die städtischen Äcker und müsse dieser nachkommen. Da es es für den Gülleeinsatz Vorgaben gibt und die Bundesregierung ein Glyphosat-Verbot vorbereitet, erhielt der Grünen-Antrag in diesen Punkten keine Mehrheit. Angeregt wurde von Hermann-Josef Bienefeld jedoch, „dass die Stadt Vorreiter sein sollte und dort Blühflächen anlegen könnte, wo von der Grundstücksgesellschaft GEE Bauland vorbereitet wird“.