Erkelenz: Geschäftsleute aus China besuchen Haus Hohenbusch

Bekanntschaft durch Erkelenzer Kunsttreff : Gäste aus dem Reich der Mitte

Auf ihrer Deutschlandreise haben chinesische Unternehmer aus Weihai überraschend die Stadt Erkelenz besucht. Sie waren im vergangenen Jahr wiederum Gastgeber einer Erkelenzer Künstlergruppe, die China besucht hatte.

Sehr kurzfristig und überraschend waren sechs chinesische Geschäftsleute in Erkelenz zu Besuch. Sie wurden freundlich auf Haus Hohenbusch empfangen. „Wir sind hocherfreut und fühlen uns durch den Besuch sehr gewertschätzt,“ begrüßte Astrid Wolters, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Erkelenz, die Gäste aus dem Reich der Mitte. Sie selbst war mit dabei, als vergangenes Jahr im Mai der Kunstaustausch zwischen einer chinesischen Künstlergruppe und dem Kunsttreff Erkelenz in Weihai stattfand. „Wir hatten die große Ehre, dort ausstellen zu dürfen.“

Beim Programm, das die chineschen Künstler damals für ihre Erkelenzer Gäste zusammengestellt hatten, stand auch ein Besuch einer Freihandelszone auf der Agenda. Dabei kam es zur Bekanntschaft mit den Geschäftsleuten, die nun Erkelenz einen Besuch abstatteten. In dem Terrain dieser Freihandelszone befinden sich auch mehrere deutsche Unternehmen. „Erkelenz ist mit 50.000 Einwohnern eine kleine Stadt im Vergleich zu chinesischen Verhältnissen. Doch wir versuchen, hier Neues nach vorne zu bringen“, erklärte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen. Er erinnerte daran, dass einst die Stadt Erkelenz das Gebäude und Gelände um Haus Hohenbusch erworben hatte, um darauf ein Gewerbegebiet auszuweisen. Erst danach wurden die Werte der Anlage erkannt. Vor vielen Jahren war alles um das Kloster Hohenbusch noch verfallen. „Wir versuchen das Angebot an Kunst und Kultur immer weiter zu heben, und das funktioniert, weil viele mitmachen“, erinnerte der Bürgermeister.

Unmittelbar im Anschluss an seine Begrüßungsworte machte er sich auf den Weg zur Rad-Demo, bei welcher 40.000 Menschen aus ganz Europa für den Klimaschutz und gegen Kohle demonstrierten. Frank Körfer, Vorsitzender des Fördervereins Haus Hohenbusch, übernahm die Vorstellung des Gartens und Gebäudes und läutete zur Begrüßung ehrenvoll die Klosterglocke. „Gäste aus dem Reich der Mitte durften wir noch nicht begrüßen“, erklärte er und lud die Geschäftsleute ein, sich ins Gästebuch des Hauses einzutragen. „Übers Jahr findet eine Vielzahl an Veranstaltungen zu Kunst, Kultur, Musik und Geschichte auf Haus Hohenbusch statt, die wir gemeinsam mit dem Heimatverein oder der Volkshochschule hier organisieren“, so Körfer. „Es sind viele Menschen daran beteiligt, dass dieses Haus heute so schön ist.“

Die neu renovierten Räume, an deren Wände Kunstwerke hängen, und der kürzlich hergerichtete Garten mit dem Odilienspringbrunnen nach originalem Vorbild wurden den Besuchern vorgestellt. Nach dem Empfang besichtigten die Gäste das Alte Rathaus und die Kirche der Stadt. Sie waren anschließend zu einem Besuch des Künstlerateliers von Elke Bürger eingeladen, welche selbst mit der Künstlergruppe Weihai besucht hatte, und machten sich dann auf die nächste Station ihrer Reise durch Deutschland – nach Ludwigsburg.

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