Erkelenz: Gedenken an Opfer der Reichprogromnacht am 5. November 2019

Wanderausstellung geöffnet : Hauptschüler planen Gedenkfeier

Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes.

Schüler der Erkelenzer Hauptschule erinnern an die Leiden der jüdischen Mitbürger. Diesmal haben sie die Schicksale der rund sechs Millionen Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes ins Blickfeld gerückt. Eine Ausstellung im Alten Rathaus zeigt Lebenswege einzelner Opfer.

Zu Ehren der jüdischen Mitbürger, die in der Reichspogromnacht vor mehr als 80 Jahren zu Opfern eines menschenverachtenden Regimes wurden, findet am Dienstag, 5. November, eine Gedenkfeier statt, zu der alle Bürger eingeladen sind. Treffpunkt: 16 Uhr, Jüdischer Friedhof, Neusser Straße. Von dort führt der Weg nach der Kranzniederlegung und Begrüßung durch Bürgermeister Peter Jansen und Schulleiter Erich Konietzka zum Alten Rathaus. An den Stolpersteinen wird Halt gemacht. Unter den Rathaus-Arkaden gestalten Schüler und Lehrer der Gemeinschaftshauptschule die Gedenkfeier. Mit Texten und Liedern erinnern sie an die Leiden der Menschen damals. In diesem Jahr haben die Musiklehrer das Gedicht einer Enkelin einer aus Erkelenz vertriebenen Jüdin ins Deutsche übersetzt und vertont. Pfarrer Günter Jendges der evangelischen Kirchengemeinde und Michael Kock, Jugendseelsorger der Katholischen Pfarrei Christkönig, beteiligen sich ebenfalls. Im Anschluss an die Feier besteht Gelegenheit, sich die Ausstellung „We, the six million“ im Alten Rathaus anzusehen. Sie zeigt Lebenswege von Opfern der Shoa aus dem westlichen Rheinland in Bildern und Geschichten. Die abstrakte Zahl von sechs Millionen erhält so einen anschaulichen Inhalt und rückt die Menschen und ihre Schicksale in den Fokus. Es handelt sich um eine Wanderausstellung, die von der Hauptschule in Kooperation mit dem Heimatverein der Erkelenzer Lande und der RWTH Aachen nach Erkelenz geholt wurde und von der Schule betreut wird. Sie ist vom 28. Oktober bis 5. November zu Gast. Offen ist die Ausstellung auch am Samstag, 2. November, und Sonntag, 3. November, 11 und 15 Uhr.

Eine Arbeitsgruppe der Schule hat im Wahlpflichtunterricht die Patenschaft für den Jüdischen Friedhof und die Gestaltung der jährlichen Gedenkfeier übernommen. Die Schüler kümmern sich um die regelmäßige Pflege der Grabstätten.

(RP)