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Erkelenz: Förderverein legt Kräutergarten an Haus Hohenbusch an

Klassisches und Exotisches für 40.000 Euro : Neuer Kräutergarten für Haus Hohenbusch

Am Herrenhaus von Haus Hohenbusch entsteht ein neuer Duft- und Kräutergarten. Kostenpunkt: rund 40.000 Euro. Der Garten soll auch exotische Pflanzen wie die Gummibärchenblume enthalten.

Es gibt immer etwas zu tun im und am ehemaligen Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch bei Hetzerath. „Hohenbusch wandelt sich schon seit Längerem“, meint der Beigeordnete Hans-Heiner Gotzen zum nächsten Wandel, der zugleich eine Rückbesinnung auf die Geschichte des Klosters ist: Der Förderverein Hohenbusch arbeitet an der Gestaltung eines klassischen Kräutergartens entlang der rückwärtigen Fassade des Herrenhauses zwischen Brunnen und Klostercafé beiderseits der Treppe zur Wiese.

Noch bestimmen Baugerüste vor der Fassade den Blick. Nach den Arbeiten am Mauerwerk beginnen die Arbeiten am rund 110 Quadratmeter großen Kräutergarten nach der historischen Vorgabe und den Plänen von Heinz Lennartz, Architekt und Mitglied im Förderverein. Der Förderverein ist federführend bei der Gestaltung, den Großteil der Kosten von rund 40.000 Euro steuert die Stadt Erkelenz als Eigentümerin bei. Der Hauptteil der Summe wird dabei von einer Zisterne verschlungen, in der das vom Dach des Herrenhauses eingeleitete Regenwasser zur Bewässerung aufgefangen wird, wie der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg erklärte.

Bei der Anlage des Kräutergartens lassen Lurweg und sein Kollege Gotzen dem Förderverein freie Hand. Insbesondere ist hier Christiane Leonards-Schippers gefragt. Die Biologin, die häufig naturkundliche Kurse in der Klosteranlage anbietet, ist für die Auswahl der Pflanzen zuständig. „Ein Kloster ist immer ein Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen gewesen. Kräuter gehörten zum Alltag im Klosterleben“, sagte sie bei der Vorstellung des Projekts. Das Wissen von Hildegard von Bingen von der heilenden Kraft der Kräuter haben sich die früheren Klosterbewohnter zunutze gemacht. „Das Wissen hat auch heutzutage noch Gültigkeit“, sagte sie über die Heilige, Äbtissin und Gelehrte. So verwundert es nicht, dass die meisten der 36 Heilkräuter, die bald im neuen Klostergarten wachsen und gedeihen sollen, noch aus der Zeit von Hildegard von Bingen stammen. Dazu kommen neue, wie etwa der Purpursonnenhut mit seiner stärkenden Wirkung auf das Immunsystem.

Nicht nur Menschen, auch Insekten und Vögel profitieren vom neuen Kräutergarten, der im Mai 2021 anlässlich eines Kräutermarkts offiziell vorgestellt werden soll. Ergänzt wird die Palette der Kräuter durch vier Duftpflanzen, die nicht nur, aber insbesondere Kinder anlocken sollen, wie etwa die Mohnbrötchenpflanze oder die Gummibärchenblume.
„Wir wollen einen inklusiven Duft- und Heilkräutergarten an dieser Stelle schaffen“, ergänzt Frank Körfer, Vorsitzender des Fördervereins. So soll es Informationstafeln in Blindenschrift geben und Wege, die jedem den Zutritt zum rund drei Meter breiten Streifen entlang des Herrenhauses ermöglichen. Mit dem neuen Kräutergarten kann Haus Hohenbusch als außerschulischer Lernort in Nordrhein-Westfalen noch gezielter Kräuterkunde anbieten, so Körfer. Für ihn ist die Naturkunde im Klosterpark neben der Erforschung der Geschichte ein Schwerpunkt bei der Arbeit im Kloster. Zur Naturkunde gehören die große Obstwiese ebenso wie die Sonnenblumenwiese, das große Insektenhotel und die vier angesiedelten Bienenvölker und nun der neue Kräutergarten, der den bestehenden erweitern soll.