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Erkelenz: Feuerwehr-Löscheinheit Hetzerath segnet neues Gerätehaus und Einsatzfahrzeug ein

Festakt : Feuerwehr mit Geschichte und Moderne

Mit der gleichzeitigen Einsegnung des Gerätehauses und eines neuen Einsatzfahrzeuges wurden Erinnerungen an das Jahr 1971 lebendig. Mit vielen Besuchern feierten die Hetzerather Wehrleute ihr besonderes Fest.

Vor knapp 50 Jahren hat es diesen Moment schon einmal in dem kleinen Örtchen Hetzerath gegeben. Und trotzdem ist das erneute Ereignis groß und außergewöhnlich, weil es eben nicht alltäglich ist: Mit einem Festakt und einer zweitägigen Feier weihte und segnete die Löscheinheit Hetzerath der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Erkelenz einerseits den Neubau ihres Gerätehauses ein, andererseits auch ihr neues LF 20 „KatS“, ein Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz.

„Schon am 19. September 1971 wurde an gleicher Stelle ein neu erbautes Feuerwehrgerätehaus eingeweiht und ein neues Fahrzeug, das erste eigene der Löscheinheit, übergeben. Damals war das Tragkraftspritzenfahrzeug der neueste Stand der Technik“, erinnerte Hauptbrandmeister Heiner Haupts, der Hetzerather Löscheinheitsführer, an die damalige Zeit zurück. Die Zeiten haben sich geändert, und so mussten auch die Hetzerather neue Wege gehen, nachdem das zuletzt außer Dienst gestellte LF 16-TS, Baujahr 1989, ein Fahrzeug des Katastrophenschutz des Bundes, wegen immer wieder auftretender technischer Mängel ausfiel. Haupts: „Die Stadt Erkelenz entschied 2016, nicht auf eine Neuzuteilung durch den Bund zu hoffen, sondern selbst die Beschaffung eines Ersatzes in die Hand zu nehmen und auch zu finanzieren.“ Mit dem Bundfahrzeug hatten die Hetzerather neben den Einsätzen vor Ort den Einsatzschwerpunkt Wasserförderung im Gelände übernommen. Weil sich dies bewährt hat, sollte auch das neue Fahrzeug für diesen Schwerpunkt ausgerüstet sein, so dass mit dem LF 20 KatS nun wieder der aktuelle Stand der Technik in Hetzerath eingezogen ist.

 Den Festakt nahmen die Hetzerather Wehrleute zum Anlass, um Kameraden aus ihren Reihen zu befördern und zu überstellen. Wehrleiter Helmut van der Beek (3.v.r.) und seine Stellvertreter Klaus Peters (r.) und Patrick Pistel (2.v.r.) überreichten die Urkunden.
Den Festakt nahmen die Hetzerather Wehrleute zum Anlass, um Kameraden aus ihren Reihen zu befördern und zu überstellen. Wehrleiter Helmut van der Beek (3.v.r.) und seine Stellvertreter Klaus Peters (r.) und Patrick Pistel (2.v.r.) überreichten die Urkunden. Foto: Anke Backhaus
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Jedoch: Es war klar, dass die Höhe des alten Gerätehauses für das neue Einsatzfahrzeug knapp war. Eine Absenkung und Erneuerung des Hallenbodens stand als Lösung zur Debatte, ließ sich aber dann doch nicht realisieren, da das alte Gerätehaus an diversen Stellen einen hohen Sanierungsbedarf aufwies. „Ein Zweckbau ohne Schnörkel und Spielereien, aber mit vielen Details, die der Feuerwehr ihren Dienst für die Allgemeinheit erleichtern“, befand Löscheinheitsführer Heiner Haupts in seiner Ansprache. Neben der Fahrzeughalle mit kleiner Werkstatt gibt es unter anderem einen Multifunktionsraum mit moderner Unterrichtstechnik, die zum Teil durch Spenden finanziert wurde. Haupts schloss in seinen Dank die Wehrleitung, den Rat der Stadt Erkelenz und die Verwaltung für die zielorientierte Zusammenarbeit ein. Wie Ansgar Lurweg, der Technische Beigeordneter der Stadt Erkelenz, später sagte, beliefen sich die Baukosten inklusive Planung auf insgesamt 550.000 Euro.

Wehrleiter Helmut van der Beek unterstrich derweil, dass es sich bei dem Fahrzeug um eine kommunale Neubeschaffung handelt. „Wir als Feuerwehr bekommen immer wieder neue Aufgaben, doch der Bund stellt dazu die Ausrüstung nicht sicher.“ Er sprach von einer dringend notwendigen Investition, die sich auf 356.762,02 Euro beläuft. Das Löschfahrzeug sei unter anderem für Geländefahrten geeignet, 7,30 Meter lang, mit einem 1000-Liter-Tank und einem Lichtmast auf dem Fahrzeugdach sowie digitalem Funk ausgerüstet.

Kreisbrandmeister Klaus Bodden freute sich für die Hetzerather Wehrleute, „die nun in einem modernen neuen Haus arbeiten können. Viele sagen ja immer, die Feuerwehr sei teuer, aber ich sage, man muss auch sehen, wofür die Feuerwehr steht.“ Auch Bürgermeister Peter Jansen, selbst aktiv in der Hetzerather Löscheinheit, bekundete seinen Stolz und sagte: „In meiner Amtszeit als Bürgermeister hat es noch nie Diskussionen rund um die Feuerwehr gegeben. Das ist ein Zeichen der Anerkennung.“