Erkelenz: Feuerwehr Kückhoven mit neuem Löscheinheitsführer

Kückhoven: Löscheinheit fast 33 Jahre lang geleitet

Hauptbrandmeister Hubert Theo Müller erhält die silberne Ehrennadel und gibt die Leitung der Löscheinheit Kückhoven an Brandmeister Sascha Quasten ab. Julian Bienefeld wird in den aktiven Dienst überstellt.

Noch allzu gut erinnert sich Hubert Theo Müller an die Zeit, als er als Kind mit seinem Vater durch Kückhoven lief und Zettel verteilte, die mit der Feuerwehr zu tun hatten. „Mein Vater war damals Feuerwehrmann. So war das dann also klassisch, dass ich auch irgendwann mal Feuerwehrmann werden würde“, erzählt Müller. Aus dem Kückhovener wurde ein Hauptbrandmeister, der von 1986 an die Führung der Löscheinheit Kückhoven, zu der seit einigen Jahren auch Immerath zugehörig ist, in den Händen hielt.

Nun hat sich Müller aus dem Amt verabschiedet und es an seinen Nachfolger weitergegeben. Brandmeister Sascha Quasten, bislang Müllers Stellvertreter, ist der neue Kückhovener Einheitsführer, dem Unterbrandmeister Michael Maaßen (zunächst kommissarisch) zur Seite steht. Im Verlauf einer Feierstunde überreichte Wehrleiter Helmut van der Beek die Urkunden und zeichnete Müller zudem mit der Ehrennadel in Silber der Erkelenzer Feuerwehr aus.

Selbst dem Erkelenzer Feuerwehrchef fällt spontan keiner seiner Leute ein, die derart lange das Amt eines Löscheinheitsführers ausgeübt haben. „Das ist schon eine sehr lange Zeit, die Hubert Theo Müller der Feuerwehr leitend zur Verfügung stand“, zollt van der Beek Müller großen Respekt.

Hubert Theo Müller (60) musste auf seinen 18. Geburtstag warten, ehe er in die Feuerwehr eintreten durfte. „Zur damaligen Zeit gab es ja nicht die Strukturen, die heute mit der Jugendfeuerwehr gegeben sind. Immerhin durfte ich dann mit 18 meine Grundausbildung beginnen“, erinnert sich Müller, der immer der Kückhovener Löschgruppe angehörte.

Viele Veränderungen hat Müller in seinen aktiven Jahren als Feuerwehrmann erlebt. Zu den gravierendsten zählt er den Zusammenschluss der Kückhovener und Immerather Feuerwehr, die wegen des Braunkohlentagebaus Garzweiler II notwendig wurde. Seit 2013 gehen die ehemals getrennten Löschgruppen einen gemeinsamen Weg. Müller: „Dazu musste hier in Kückhoven natürlich umgebaut werden. Unser Gerätehaus wurde beispielsweise erweitert, da wir ein weiteres Einsatzfahrzeug unterbringen mussten.“

Unzählige Einsätze hat Hubert Theo Müller erlebt, ein ganz besonderer wird ihm wohl zeitlebens in trauriger Erinnerung bleiben. „Mein wohl schlimmster Einsatz war im November 2012. Das werde ich nie vergessen. Wir waren damals als erste Löschgruppe vor Ort und sahen die Tragödie.“ Müller spricht damit über den Einsatz bei Holzweiler – damals verunglückte ein Feuerwehrfahrzeug auf dem Weg zu einem Einsatz. Zwei Wehrleute starben, weitere wurden schwerst verletzt. Ohnehin zählt dieser Einsatz bis heute zu den schlimmsten der Erkelenzer Feuerwehr.

Auch wenn Müller heute nicht mehr in leitender Funktion tätig ist – nach wie vor bleibt er im aktiven Dienst. „Solange ich gesund bleibe und die drei Stufen zum Fahrzeug hochkomme, mache ich weiter. Heutzutage ist es ja so, dass man jede verfügbare Kraft braucht.“

Während der Feierstunde überstellten Wehrleiter Helmut van der Beek und sein Stellvertreter Klaus Peters Julian Bienefeld aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst.

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